Missbrauchsskandal bei den Domspatzen - der Abschlussbericht zeigt das volle Ausmaß
Missbrauchsskandal bei den Domspatzen - der Abschlussbericht zeigt das volle Ausmaß
Kardinal Müller im Mainzer Dom
Kardinal Müller im Mainzer Dom

20.07.2017

Kardinal Müller fordert selbst Abbitte von Missbrauchsbeauftragtem Keine eigene Entschuldigung

Gerhard Ludwig Kardinal Müller wehrt sich und fordert nun nach der Aufarbeitung des Domspatzen-Skandals eine Entschuldigung vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Eine eigene Entschuldigung lehnt er dagegen ab.

Kardinal Müller wies den Vorwurf gegenüber der "Passauer Neuen Presse" zurück,  dass er die Aufklärung des massenhaften Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen verschleppt habe. Er habe "erstmals diese Aufklärungsarbeit an die Institutionen des Bistums übertragen, so dass mit der Untersuchung begonnen werden konnte", sagte Müller, der von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg war.

Müller sieht keinen Grund sich zu entschuldigen

Für eine eigene Entschuldigung im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Übergriffe bei den Regensburger Domspatzen sieht Kardinal Gerhard Ludwig Müller keinen Anlass. Der Missbrauchsbeauftragte Rörig hatte den heutigen Kurienkardinal am Mittwoch kritisiert: Müller habe stets von Einzelfällen gesprochen, aber die strukturellen Versäumnisse nicht untersucht. "Es wäre den Betroffenen zu wünschen, dass er sich wenigstens jetzt für die verschleppte Aufarbeitung entschuldigen würde", sagte Rörig. Dies wäre für die Betroffenen ein wichtiges Zeichen.

Müller: Anwalt Weber sage nicht der Wahrheit

Müller kritisierte auch den Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber, der in den vergangenen zwei Jahren im Auftrag des heutigen Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer den Missbrauch untersucht hatte. Wenn Weber ihm nun aus der Rückperspektive und dem heutigen Kenntnisstand Vorhaltungen mache, könne er das nicht akzeptieren, sagte Müller: "Das entspricht nicht der Wahrheit." Weber hatte kritisiert, Müller habe zu lange an einer Einzelfalluntersuchung festgehalten statt das System der Gewalt insgesamt zu untersuchen.

Fast 550 Regensburger Domspatzen Opfer von Übergriffen

Laut dem Abschlussbericht von Rechtsanwalt Ulrich Weber wurden 547 Regensburger Domspatzen seit 1945 "mit hoher Plausibilität" Opfer von Übergriffen. Rund 500 Sänger wurden Opfer von körperlicher Gewalt, 67 waren von sexueller Gewalt betroffen. Jahrzehntelang seien bei den Domspatzen Schüler geschlagen und sexuell missbraucht worden. Zu Müller hält Webers Bericht fest, dass der damalige Bischof 2010 die Aufarbeitung initiierte, jedoch für "strategische, organisatorische und kommunikative Schwächen" verantwortlich sei. Diese seien erst unter seinem Nachfolger Rudolf Voderholzer behoben worden.

Müller habe selbst auch Ohrfeigen und Stockschläge bekommen

Müller betonte gegenüber der "Passauer Neuen Presse", er sei zwar nicht mehr Regensburger Bischof, sei aber "zu jedem persönlichen Gespräch über diese schlimmen Erfahrungen von Menschen aus der damaligen Zeit bereit". Er selbst habe auch Ohrfeigen und Stockschläge in seiner Schulzeit bekommen, auch in einer nicht-kirchlichen Schule. Müller sagte: "Freilich muss ich zugeben: Sexueller Missbrauch ist noch eine ganz andere Kategorie als pädagogische Übergriffe".

(KNA, epd)

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