Umstritten: Kommunionempfang für konfessionsverschiedene Ehepartner
Umstritten: Kommunionempfang für konfessionsverschiedene Ehepartner

27.06.2018

Kommuniondebatte: Bischöfe einigen sich auf gemeinsame Erklärung "Orientierungshilfe" statt "Handreichung"

Nach zweitägigen Beratungen in Berlin ringen die deutschen Bischöfe weiter um eine gemeinsame Lösung beim Thema Kommunion. Eine im Februar verabschiedete Handreichung wurde am Mittwoch erstmals als "Orientierungshilfe" veröffentlicht.

Die von der Merheit der deutsche Bischöfe verabschiedete Handreichung, wonach evangelische Ehepartner im Einzelfall die Kommunion empfangen können, wird "nicht als Dokument der Bischofskonferenz" erscheinen. In einer am Mittwoch in Bonn herausgegebenen Mitteilung betonen die Bischöfe, sie fühlten sich verpflichtet, auf dem Weg eines ökumenischen Miteinanders "mutig voranzuschreiten". Das Thema soll auch bei der nächsten Vollversammlung Ende September erneut zur Sprache kommen.

Frage von weltkirchlicher Dimension

Der umstrittene Text über "Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie" war im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedet worden. Er liege nun "als Orientierungshilfe in der Verantwortung der einzelnen Bischöfe", heißt es in der Erklärung weiter. Das Dokument erscheine nicht auf Ebene der Bischofskonferenz, da es in dieser Frage "auch um eine weltkirchliche Dimension" gehe.

Diese Punkte habe der Konferenz-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx in einer Begegnung mit Papst Franziskus klären können.

Über die Gespräche in Rom habe Marx nun in Berlin den "Ständigen Rat" informiert. Dort ist jedes der 27 Bistümer mit einer Stimme vertreten, in der Regel durch den Ortsbischof.

Eucharistiegemeinschaft und Kirchengemeinschaft gehören zusammen

Die Erklärung spricht durchgängig von "konfessionsverbindenden" Ehepaaren und Familien. Sie lägen den Bischöfen "sehr am Herzen".

Weiter heißt es in der Mitteilung: "Wir unterstreichen, dass Eucharistiegemeinschaft und Kirchengemeinschaft zusammengehören. Wir ringen um eine geistliche Hilfe für die Gewissensentscheidung in seelsorglich begleiteten Einzelfällen für konfessionsverbindende Ehepaare, die ein ernsthaftes geistliches Bedürfnis haben, die Eucharistie zu empfangen."

Dokument "nicht zur Veröffentlichung reif"

Die Bischofskonferenz hatte sich im Februar mehrheitlich auf die pastorale Handreichung geeinigt. Sieben Bischöfe um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki baten daraufhin den Vatikan um Klarstellung, ob eine solche Regelung von einer einzelnen Bischofskonferenz beschlossen werden kann.

Nach Gesprächen Anfang Mai verwies der Vatikan den Konflikt zunächst an die Bischofskonferenz zurück. Anfang Juni wurde ein Brief der vatikanischen Glaubensbehörde bekannt, wonach das Dokument aus Sicht von Papst Franziskus "nicht zur Veröffentlichung reif ist".

Anschließend hatten Franziskus betont, dieser Brief sei "keine ökumenische Bremse". Der entscheidende Punkt sei die Zuständigkeit des einzelnen Ortsbischofs.

(KNA)

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