Schwangerschaftstest
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24.01.2018

Bischöfe und Donum Vitae gehen aufeinander zu Entspannung im Beratungsstreit

Im Streit um die Schwangerenberatung der katholischen Kirche gibt es eine Annäherung. Die DBK hat erstmals offiziell betont, dass sich auch der Verein Donum Vitae für den Schutz des Lebens einsetzt und Erfolge in der Konfliktberatung erzielt.

Zugleich ermöglichen die Bischöfe früheren Mitarbeitern der Organisation die bisher untersagte Übernahme in katholische Beratungsstellen. Weil der Verein den Beratungsschein ausstellt, der nach deutschem Recht für eine Abtreibung erforderlich ist, ist er kirchlich nicht anerkannt.

Schreiben von Kardinal Reinhard Marx an ZdK

Die Neuerungen gehen aus einem Schreiben von Kardinal Reinhard Marx an das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hervor, das der KNA in Auszügen vorliegt. ZdK-Präsident Thomas Sternberg begrüßte die Entscheidung in einem Brief an die Mitglieder als "wichtige Klärung" und "qualitativen Sprung". Dies könne "manche Wunden heilen". Der Vorgang war dem Vernehmen nach zuvor Thema bei einem turnusmäßigen Treffen der Diözesanbischöfe Anfang der Woche in Würzburg, dem sogenannten Ständigen Rat.

In dem Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz an Sternberg heißt es: "Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von Donum Vitae ebenso wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen ist. Ich stelle fest, dass es über die Jahre hinweg auch vielen Beraterinnen von Donum Vitae gelungen ist, zahlreichen Frauen bzw. Eltern Mut zu machen für ein Leben mit dem Kind, und dafür bestmögliche Hilfestellungen zu bieten. Dafür dürfen wir gemeinsam dankbar sein."

Mit Blick auf kirchliche Arbeitsverhältnisse schreibt Marx weiter: "Deshalb halte ich es für selbstverständlich, dass Personen, die in einer Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle des Donum Vitae e.V. gearbeitet haben, in bischöflich anerkannten Schwangerenberatungsstellen beschäftigt werden können (...)."

Von katholischen Laien gegründet

Durch einen sogenannten Abgrenzungsbeschluss von 2006 war dies bisher nicht möglich. Die Bischöfe untersagten kirchlichen Angestellten die Mitarbeit bei dem bürgerlichen Verein, den prominente Katholiken gegründet hatten. Bei Donum Vitae handele es sich um eine Vereinigung außerhalb der katholischen Kirche, hieß es damals. Vor gut drei Jahren erklärte Marx aber auch, dass Mitarbeiter von Donum Vitae nicht aus der Kirche ausgegrenzt werden dürften.

Der Verein wurde 1999 gegründet im Zuge des Ausstiegs der katholischen deutschen Bischöfe aus der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung mit Ausstellung des Beratungsscheins. Vor 20 Jahren hatte der damalige Papst Johannes Paul II. die Bischöfe aufgerufen, in kirchlichen Einrichtungen keine Beratungsscheine mehr ausstellen zu lassen. Durch diesen Schein sah der Papst das Zeugnis der Kirche für den Lebensschutz verdunkelt. Anders als kirchliche Einrichtungen stellt Donum Vitae nach einer Beratung das Papier jedoch auf Wunsch aus.

(KNA)

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