Sprengen sogar das Foto: Sandalen für riesigen Venezolaner - hergestellt von Georg Wessel (r) und überbracht von Pater Alejandro Keri (l) aus Caracas
Sprengen sogar das Foto: Sandalen für riesigen Venezolaner - hergestellt von Georg Wessel (r) und überbracht von Pater Alejandro Keri (l) aus Caracas
So sehen Schuhe in der Größe 69 aus
So sehen Schuhe in der Größe 69 aus
Fotos des  Sandalenträgers in einem Fotoalbum - inzwischen ist der Mann 2,40 Meter groß
Fotos des Sandalenträgers in einem Fotoalbum - inzwischen ist der Mann 2,40 Meter groß

16.09.2021

Adveniat verhilft übergroßem Venezolaner zu neuen Schuhen Schuhwerk für einen, der auf großem Fuß lebt

Mit mehr als 40 Zentimetern sind sie lang wie ein Bierkasten: Der Mensch mit den wohl größten Füßen der Welt bekommt bald ein neues Paar Sandalen von Schuhspezialist Georg Wessels geschenkt. Das katholische Hilfswerk Adveniat vermittelt.

DOMRADIO.DE: Es geht um schwarze Sandalen. Ziemlich stattlich haben wir gehört, aber die würde man doch in einen Karton reinkriegen. Warum kann man die nicht einfach in einem Paket verschicken?

Wilhelm: Ganz einfach, weil das sehr, sehr schwierig ist, die überhaupt in das Land hineinzubekommen. Erstens wegen der Pandemie und zweitens, weil dieses Land quasi vor dem Abgrund steht.

DOMRADIO.DE: Ok, also es muss ein Bote her. Wer wird das machen? Wer wird die Schuhe überbringen?

Wilhelm: Wir haben das Glück, dass wir gerade Besuch aus Venezuela haben. Nämlich der Ökonom der Erzdiözese Caracas ist zu Besuch und er hat sich bereiterklärt, diese Schuhe mitzunehmen. Der Jeison Rodriguez lebt in der Nähe von Caracas und insofern ist das durchaus möglich.

DOMRADIO.DE: Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass der Jeison Schuhe bekommt. Das erste Mal waren Sie selbst der Überbringer. Wo mussten Sie da genau hin? Und wie haben Sie Jason dann getroffen?

Wilhelm: Wir sind mit dem Schuhmacher Georg Wessels in Kontakt gekommen, weil er jemanden suchte, der irgendwie nach Venezuela wollte und über einen Kollegen, der auch Kontakt mit Herrn Wessels hatte, haben wir uns dann sozusagen gefunden. Und dann sagt er, Venezuela sei zurzeit sehr schwierig zu bereisen. Es gibt ja kaum Benzin, die Sicherheitssituation ist äußerst dramatisch und auch die deutsche Botschaft hat keine Möglichkeit, diese Schuhe zu Jeison zu bringen. Denn sie haben die Order, nicht mehr Caracas zu verlassen, aufgrund der Sicherheitssituation. Und ich hatte sowieso eine Reise geplant. Dann habe ich gesagt: Okay, ich werde die einfach mal mitnehmen und mal schauen, ob wir sie an den Jeison weitergeben können. Also es war sozusagen zum richtigen Zeitpunkt eine gute Idee. Ich habe die Schuhe dann eingepackt. Schuhe in der Größe 69, das ist also wirklich riesig und ich wusste gar nicht, worauf ich mich einließ, denn sie haben natürlich auch ihr Gewicht. Nichtsdestotrotz war es mir so wichtig, die mitzunehmen, um einfach diesen Menschen zu helfen.

DOMRADIO.DE: Ich nehme an, Jason war überglücklich. Was würde denn passieren, wenn er diese Schuhe nicht kriegt?

Wilhelm: Dann würde er irgendwann mal nicht mehr laufen können, denn diese Schuhe sind orthopädische Schuhe, auf die er dringend angewiesen ist. Und der Mensch, gerade Mitte 20, hat ein Problem, dass das Wachstum bis heute nicht gestoppt werden kann. Als ich ihn getroffen habe, war es schon weit über 2,30 Meter. Inzwischen ist er 2,40 Meter und auch die Füße wachsen weiter. Das bedeutet also, dass irgendwann sein Körper kollabieren würde und er auch nicht mehr laufen könnte.

DOMRADIO.DE: Haben Sie noch mehr kuriose Sachen nach Venezuela transportiert?

Wilhelm: Wir sind dabei, ein Hörgerät rüberzubringen. Wir transportieren Medikamente, etwas, was es in Venezuela ebenfalls kaum noch gibt. Und wir helfen den Menschen natürlich auch beim Überleben, mit Lebensmitteln. Also auch da ist die Versorgung der Menschen in Venezuela sehr, sehr kritisch. Dadurch, dass es kein Benzin gibt, ist es natürlich auch schwierig, dann die Lebensmittel zu den Menschen zu bringen. Dadurch, dass die Industrie kaum noch Möglichkeiten hat, an Grundlagen zu kommen, ist es ebenfalls schwierig, dann auch etwas zu produzieren. Früher war Venezuela sozusagen das pharmazeutische Industrieland des gesamten Kontinents. Dem ist jetzt nicht mehr so. Die sind also tatsächlich darauf angewiesen, mit Medikamenten versorgt zu werden.

DOMRADIO.DE: Venezuela steht aktuell nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit. Was ist der Stand der Dinge? Wie schlimm ist die humanitäre Situation?

Wilhelm: Covid ist ein großes Problem im Land. Inzwischen haben sechs Millionen Menschen das Land verlassen, davon wirklich ein Großteil Menschen, die das Land voranbringen könnten. Die Intelligenz hat sozusagen das Land verlassen, darunter sehr viele junge Ärzte. Und das ist natürlich ein Riesenproblem. Das Gesundheitssystem ist völlig kollabiert und das ist mit einer der Gründe, weshalb es ganz, ganz wichtig ist, dass die Impfungen dort überhaupt stattfinden können. Es gibt kaum Impfstoffe, gerade mal fünf Prozent der Bevölkerung ist geimpft und das ist eines der großen Themen. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen Opposition und Regierung in Mexiko und da geht es unter anderem auch um die humanitäre Situation im Land.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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