Bettina Limperg (z.v.l.) und Thomas Sternberg (r.) im Jahr 2019
Bettina Limperg (z.v.l.) und Thomas Sternberg (r.) im Jahr 2019
Bettina Limperg, Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt
Bettina Limperg, Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt

13.05.2021

Limperg hofft auf Bekenntnis zu Solidarität beim ÖKT Impulse für das Verhältnis der Kirchen

Die evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg, hofft auf positive gesellschaftliche Impulse durch den Kirchentag. Sie hofft auch auf eine Verbesserung des Verhätnisses der christlichen Kirchen untereinander.

KNA: Frau Limperg, sind Sie als Mitverantwortliche für den ÖKT froh, dass es nach vielem Hin und Her die Entscheidung für das digitale Format gab?

Bettina Limperg (Evangelische Präsidentin des Ökumenischen Kirchentages / ÖKT und Präsidentin des Bundesgerichtshofs / BGH): Ja, unbedingt! Die Alternative wäre eine Absage gewesen. Das aber wollten wir nicht! Gerade in diesen wirklich extrem herausfordernden Zeiten möchten wir mit dem ÖKT eine Plattform bieten für Debatten und Austausch.

KNA: Trauen Sie sich, eine Online-Teilnehmerzahl zu nennen, ab der Sie die Veranstaltung - zumindest quantitativ - als erfolgreich bewerten können?

Limperg: Wir betreten mit diesem Format absolutes Neuland! Deshalb: Wir sind sehr gespannt, wer uns wie besucht, wer mit welchem Anliegen an uns herantritt und wie die aktive Beteiligung beim Kirchentagspublikum digital funktioniert. Durch Aufzeichnungen vieler Veranstaltungen können etliche Formate auch nach dem Kirchentag noch nachvollzogen werden; das ist anders als beim analogen Kirchentag; hinzu kommen die dezentralen Veranstaltungen und unsere Helfendenaktionen: Es bleibt einfach spannend!

KNA: Sie haben erklärt, dass Sie an Kirchentagen das Gemeinschaftserlebnis unterschiedlichster Menschen fasziniert. Genau das wird aber online kaum erlebbar und spürbar sein.

Limperg: Ja, da haben Sie recht. Ich hoffe auf schöne kleine Begegnungen und Gesten bei den dezentralen Veranstaltungen, vor Ort in den Gemeinden und darauf, dass wir die Gemeinschaft des Entstehungsprozesses nutzen können in der Zukunft. Und wenigstens beim Abschlussgottesdienst hoffen wir doch auf wenigstens einige Mitfeiernde vor Ort.

KNA: Kirchen- und Katholikentage können aus Ihrer Sicht "den Blick auf Unterschiede richten und nach Lösungen suchen, die allen dienen". Wo genau erhoffen Sie sich solche Akzente aus Frankfurt, die die Gesellschaft in diesen seltsamen Zeiten weiterbringen können?

Limperg: Ich erhoffe mir einen Schulterschluss aller Christinnen und Christen und vieler weiterer interessierter Menschen, ein Bekenntnis zu Solidarität in diesen in der Tat seltsamen Zeiten. Gerade für die Fragen um Verantwortung im digitalen Raum - ich bin gespannt auf die Veranstaltung bubble-crasher zum Thema "Raus aus der eigenen Filterblase!" -, aber auch die Verantwortung der Wirtschaft für das Miteinander im weltweiten Verbund der Globalisierung. Und aus dem Beitrag "Abschied in Würde" erhoffe ich mir konkrete Signale und Aussagen, die in das gesellschaftliche Gespräch einfließen können.

Sterbe- und Suizidbeihilfe ist eines der großen ungelösten Themen des Deutschen Bundestags als Gesetzgebungsorgan - und geht uns alle an!

KNA: Ein ökumenischer Dauerbrenner sind die unterschiedlichen Verständnisse von Abendmahl und Eucharistie. Was erwarten Sie sich von den "ökumenisch sensiblen Gottesdiensten" am Samstagabend?

Limperg: Wir werden uns vielfältig wahrnehmen und gegenseitig besuchen: "schaut hin". Ich erwarte mir eine Öffnung der Gastfreundschaft über den Tag hinaus. Unsere Gewissensentscheidung bei Zutritt zu Abendmahl und Eucharistie bekommt einen Rahmen und ist ein bleibendes Angebot. Ich erinnere mich wie heute an das Bild des Bundespräsidenten beim Katholikentag in Münster, der in der ersten Reihe alleine sitzen blieb, während seine Frau und andere katholische Ehrengäste zur Eucharistie schritten. Das müsste nach unserem in Frankfurt gefundenen Konzept auf der Grundlage des Arbeitspapiers des ökumenischen Arbeitskreises nicht mehr sein. Das ist ein Fortschritt!

Das Interview führte Michael Jacquemain.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 16.10.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!