Symbolbild Ökumene
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08.10.2017

Stimmen zum 500. Reformationsjubiläum Neue Impulse und die Generation 2017

Am 31. Oktober endet das Jubiläumsjahr zu 500 Jahren Reformation. Vertreter der evangelischen Kirche, des ökumenischen Rates, des Judentums und des Islam ziehen im Gespräch mit dem Evangelischen Nachrichtendienst persönliche Bilanz.

1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Das gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte. Der Evangelische Pressedienst (epd) hat u.a. Vertreter aus Kirchen und Religionsgemeinschaften nach ihrer persönlichen Bilanz des Reformationsjubiläums gefragt.

Dankbar für ein friedliches und weltoffenes Jubiläum

So sagt der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, er sei dankbar für ein friedliches und weltoffenes Jubiläum mit vielen tausend Veranstaltungen überall in Deutschland. "Martin Luthers reformatorische Einsichten wurden vielfach interpretiert und aktualisiert. Erstmals in der Geschichte war dies ein Jubiläum ohne nationalistische und anti-katholische Stoßrichtung."

Die Kirche nehme richtig viel "ökumenischen Rückenwind" mit aus dem Reformationsjubiläum. "Das Jubiläum war aber auch ein kulturelles und zivilgesellschaftliches Highlight für das ganze Land. Wenn ich auf die großen Jugendprojekte des Jubiläums schaue, habe ich eine Generation 2017 vor Augen. Das sind die jungen Menschen von heute, die morgen in unserer Kirche Verantwortung übernehmen werden. Auf diese Generation 2017 dürfen wir uns alle freuen", so Bedford-Strohm.

Kritische Auseinandersetzung mit Antijudaismus Luthers

Für Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, war das Festjahr zum Reformationsjubiläum "keine Jubelarie", sondern wurde auch "zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Antijudaismus Luthers" genutzt. Aus jüdischer Sicht wäre die reflektierte Sicht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf Martin Luther wichtig und erfreulich.

"So intensiv wie anlässlich des 500. Reformationsjubiläums sind seine antijudaistischen Schriften in der allgemeinen Öffentlichkeit vermutlich noch nie zur Kenntnis genommen worden. Zum Abschluss des Festjahres wünschen wir uns, dass die klare Absage zur Judenmission, die die EKD unmissverständlich ausgesprochen hat, in allen evangelischen Kirchen volle Geltung entfaltet."

Gute Beispiele von gelingendem Miteinander

"Während des Jubiläums haben wir gute Beispiele von gelingendem Miteinander erlebt, und dabei sind Fragen nach Reformbedarf in den Religionen gestellt worden. Für uns Muslime empfinde ist das als wichtig und gut, denn das Nachdenken über Religion muss in uns lodern und stets neu entfacht werden", resümiert Ayman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland.

Auf diesem Weg würden natürlich immer auch Fehler gemacht, denn der Mensch sei fehlbar und vergesse. Nur Gott sei unfehlbar. "Wenn wir also hinfallen oder Fehler machen, macht das aber (noch) nichts, tragisch ist nur, wenn wir nicht wieder aufstehen und uns in unserem Menschsein vergessen. Dann übernehmen ideologische Religionsmissbraucher das Ruder, und weil Ideologien was für Denkfaule ist, wirkt das verheerend für alle sich aus", mahnt Mazyek.

Ökumene muss "Bewegung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sein"

Der Generalsekretär des ökumenischen Rates der Kirchen, Olav Fykse Tveit, blickt positiv auf das Festjahr zurück. Er sieht einen "dynamischen Wandel", der freigesetzt wurde. Die Reformation habe eine wichtige Rolle beim Entstehen der modernen Welt gespielt – mit einem weltweiten, aber gespaltenen Christentum, mit globalem Wettbewerb um wirtschaftliche und politische Macht.

Tveit findet bei allem Optimismus auch mahnende Worte an die Weltgemeinschaft: "Kolonialismus, Neo-Kolonialismus und heutzutage die Globalisierung führten zu wachsenden Ungleichheiten, ökonomischer Ungerechtigkeit und Bestrebungen, politische und militärische Hegemonien zu errichten. Die ökumenische Bewegung jedoch muss eine Bewegung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe sein. Die Hoffnung kann nur begründet sein in der Liebe Gottes, die wir durch unseren Glauben erfahren."

(epd)

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