Was bringt der "Synodale Weg"?
Beratungen über Reformen - synodaler Weg
Franziskanerin aus Olpe: Sr. Katharina
Franziskanerin aus Olpe: Sr. Katharina

04.02.2020 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Von Umbrüchen und vielen Ereignissen

Was war das für ein Wochenende? EU-Austritt, Beginn eines "unglaublichen geistlichen Experiments" - genannt Synodaler Weg und ein Geburtstag einer Notschlafstelle. Schwester Katharina hat noch nicht alles im Kopf und im Herzen sortiert bekommen. 

Da verlässt Großbritannien die EU und Boris Johnson steht da mit einem zutiefst zerstrittenen Land und tut so, als wäre das toll.

Da beginnt mit Zittern und Zagen und Mut und Glauben ein unglaubliches geistliches Experiment mit dem Synodalen Weg in Frankfurt. Und manche haben ihr Urteil darüber schon fertig und sehen ihre schlimmen Befürchtungen erfüllt. Nur allein schon, weil sie mit Laien zusammen in den Gottesdienst einziehen müssen. Da steht eine junge Frau am Mikrofon, kämpft mit den Tränen und wagt trotzdem zu sagen, was bisher unsagbar schien. Alle hier Versammelten bilden einen Verein von Tätern und haben die strukturelle Sünde gedeckt. Allen in der Aula und vielen Tausend Menschen in den Medien, die zuhören, stockt kurz der Atem.

Ein solches kurzes Stocken nach einer Rede von kaum mehr als zwei Minuten kann ein Anfang sein, ein Anfang für das Spüren des Heiligen Geistes, ohne den nichts gehen wird. Da ist am Sonntag ein Evangelium, das davon erzählt, dass ein armes junges Paar ihren Sohn zum Tempel nach Jerusalem bringt, ins Gedränge der Tausenden und das ein paar sehr alte Menschen, inspiriert vom Geist Gottes, genau in diesem einen Säugling den erkennen, der von Gott gesandt ist, um diese Welt wieder Gott zuzuwenden.

Und da ist das Notel in Köln, die Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige, und feiert seinen 30. Geburtstag. Weil die Ordensgemeinschaft der Spiritaner einen Narren für Menschen am Rande gefressen haben, wie es so schön heißt. Und die Leiterin Bärbel Ackerschott bezeichnet die Gäste dort als die "Privilegierten des Jesus von Nazareth". Wenn sich so viel an einem einzigen Wochenende in unserer kleinen deutschen Kirche ereignet, bleibe ich voll guter Hoffnung.

(DR)