Weihnachten 2020 am Kölner Dom
Weihnachten 2020 am Kölner Dom

26.12.2020 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Zweiter Weihnachtstag – Hl. Stephanus

DOMRADIO.DE hat am zweiten Weihnachtstag das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Ansgar Puff übertragen. In seiner Predigt sprach Weihbischof Puff auch über die Vertrauenskrise im Erzbistum Köln.

In seiner Predigt hat der Kölner Weihbischof Ansgar Puff an das Vertrauen erinnert, das Maria und Josef rund um den Weihnachtstag hatten. Auf eine Beziehungskrise folgte eine Geburt in einem Stall und die Flucht vor dem kindermordenden Tyrannen Herodes nach Ägypten. "Was hätte näher gelegen als Trennung?", fragt Weihbischof Ansgar. Dennoch habe Gott aus all diesen widrigen Umständen Gutes entstehen: "Christus wird geboren, der Heiland, der Tröster, der Erlöser."

"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will." Dieser Gedanke habe in der NS-Zeit den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer getragen. Auch wenn viele Zeitgenossen den Kopf geschüttelt hätten. Fast 2000 Jahre zuvor sei sie Steinigung des heiligen Stephanus der Beginn einer Welle der Christenverfolgung gewesen - aber auch der "Same zur Bekehrung eines der Mörder: des Saulus", so Weihbischof Ansgar.

Wenn Gott uns damals, an Weihnachten so helfen konnte, sollte er das heute nicht auch noch können? Dieses Vertrauen trage ihn und viele der Gläubigen in diesen Tagen. Zur Coronakrise komme auch eine Vertrauenskrise im Erzbistum Köln. "Wir als Kölner Bistumsleitung haben im Umgang mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in den letzten Jahrzehnten Fehler gemacht", so Puff. "Es gab schwere Fehler, die unverzeihbar sind." Trotzdem habe der Weihbischof die Hoffnung, dass Gott aus dem Versagen der Kirche etwas Positives machen könne. Dazu sei aber das Mittun der Menschen nötig: "Was wir dazu beitragen müssen, ist Ehrlichkeit. Bereitschaft zur Umkehr und zur Reue." 

Das Pontifikalamt am zweiten Weihnachtstag und dem Gedenktag des heiligen Stephanus wurde musikalisch von Klara Sperling, Laura Sperling und Oliver Sperling (Gesang) und Ulrich Brüggemann (Orgel) gestaltet.

(DR)