Klagemauer

 © Mizkit (shutterstock)

Die sogenannte Klagemauer ist die wichtigste religiöse Stätte für Juden. Die Bedeutung leitet sich aus der Nähe zum 70 nach Christus zerstörten Jüdischen Tempel ab; die Mauer gehört zum westlichen Stützfundament und ist nach allgemeiner Überzeugung der dem Allerheiligen des zerstörten Tempels nächstgelegene Ort.

Die deutsche Bezeichnung Klagemauer entspringt einer falschen Deutung der laut vorgetragenen Gebete frommer Juden; hebräisch heißt sie ha Kotel, die Mauer, im Englischen Western Wall, also Westmauer. Sie ist etwa 48 Meter breit und 18 Meter hoch; weitere 18 Meter verbergen sich im Untergrund; die Steinschichten lassen die verschiedenen Bauphasen seit der Zeit des Herodes erkennen.

Auf dem Vorplatz sind Gebetsbereiche für Männer und Frauen abgetrennt. An jüdischen Festtagen beten mitunter Tausende vor der Mauer. In den Fugen stecken Zettel mit Wünschen an Gott. Am nördlichen Ende der Klagemauer beginnt der fast 500 Meter lange sogenannte Mauertunnel am Fuß des Tempelbergs entlang. (kna)