Die Schwalbennestorgel

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Mit der am 29. Juni 1998 eingeweihten neuen Langhausorgel ist die seit der Nachkriegszeit unbefriedigende Klangsituation des Orgelspiels im Dom behoben worden. An dem für einen gotischen Kirchenraum günstigen Standort am Beginn des Langhauses (von Osten aus schauend) wurde die Orgel in Schwalbennestform in 20 Metern Höhe an vier Stahlstangen vor die nördliche Langhauswand gehängt. Sie ist von der Firma Klais aus Bonn in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Dombaumeister Arnold Wolff entworfen und ausgeführt worden. Die Orgel besteht aus einem Rückpositiv, einem Hauptwerk, einem Schwellwerk und einem Pedal. 3963 Pfeifen können auf 53 Registern gespielt werden. Das Gesamtgewicht beträgt etwa 30 Tonnen. Die Orgel befindet sich in einem Gerüst, das durch die Rückwand des Orgelgehäuses und ein etwa 71 Zentimeter breites Gehäuseband stabilisiert wird. Das Gehäuseband ist mit den Langhauspfeilern verklammert. Das Orgelgerüst besteht aus einem Stahlgerippe mit vier Eisenrosten, die vier Funktionsebenen bilden. Auf der vierten, der untersten Ebene ist ein besonderes Nebenregister eingebaut: Bei Betätigung des Zuges Loss jonn (Hochdeutsch: "Jetzt mach mal!") öffnet sich unterhalb des Rückpositivs eine Klappe, aus der eine Holz-Figur mit Narrenkappe herausschwenkt. Die Figur ist dem früheren Dompropst Bernard Henrichs nachgebildet. Dazu spielt im Orgelinneren ein Spielwerk das Lied "Mer losse d’r Dom en Kölle". Einmal im Jahr, jeweils am Karnevalssonntag, erklingt nach dem Hochamt dieses Lied. (Quelle: www.koelner-dom.de)