Nach den Überschwemmungen auf der indonesischen Insel Sumatra haben deutsche Organisationen mit Hilfsaktionen begonnen. Das Wasser stehe infolge heftiger Regenfälle zwischen 50 Zentimetern und drei Metern hoch, berichtete der Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Gunnar Stange, in Lhokseumawe in der Provinz Aceh am Dienstag dem epd. Vor genau zwei Jahren war Aceh von dem verheerenden Tsunami vewüstet worden.
Regen läßt nach
Stange zeigte sich erleichtert, dass der Regen inzwischen nachließ. Einige Familien könnten bereits in ihre Häuser zurückkehren, sagte er. Die GTZ verteilt Lebensmittel, Hygiene-Artikel und Medikamente in 23 Dörfern. Von den Überschwemmungen sind laut Stange 200.000 Menschen betroffen. Mindestens 90 Menschen starben, in einem Dorf werden noch 300 Menschen vermisst. Das ganze Ausmaß der Katastrophe war noch nicht klar. Am stärksten überflutet ist die Nordküste, während der Tsunami vor allem die Süd- und Westküste traf.
Hilfsbereitschaft erneut groß
Beeindruckt zeigte sich Stange über die Organisation der Hilfsaktionen. Viele Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, hätten in den traditionell auf Stelzen gebauten Gemeinschaftshäusern in den Dörfern Zuflucht gefunden. Die Hilfsbereitschaft sei groß, man habe Gummireifen verteilt, und Studenten sammelten überall Spenden. Auch die wegen des Tsunami anwesenden internationalen Hilfsorganisationen hätten schnell reagiert.
Trotz der Notlage reagierten die Menschen ruhig und besonnen, da sie Erfahrung mit Hochwasser hätten. „Sie tragen die Lage auf jeden Fall mit Fassung", sagte Stange. Die Deutsche Welthungerhilfe stellte 100.000 Euro Soforthilfe für Reis, Nudeln und Kochsets bereit. Gleichzeitig soll dringend benötigtes Trinkwasser verteilt werden, teilte die Organisation am Dienstag in Bonn mit. Mehr als 20.000 Betroffene werden in den kommenden Tagen die Hilfsgüter erhalten.
Indonesien leidet erneut unter Überschwemmungen - Deutsche Hilfe läuft an
Kein Aufatmen zwei Jahre nach dem Inferno
Zum zweiten Jahrestag des schweren Tsunamis im Indischen Ozean wurde am 2. Weihnachtstag in den betroffenen asiatischen Ländern der Opfer gedacht. Bei der Katastrophe am 26. Dezember 2004 waren mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Auf der thailändischen Insel Phuket versammelten sich rund 1000 Menschen am Strand zur stillen Trauer um die Toten, mehrere hundert nahmen außerdem an einem Gottesdienst teil. In Indien kamen Hinterbliebene zu Gebeten und Mahnwachen zusammen. Indonesien, das durch den Tsunami am meisten geschädigt wurde, bleibt kaum Zeit zum Trauern: Dort kämpfen die Menschen seit Tagen gegen schwere Überschwemmungen, erneut sind dutzende Tote zu beklagen.
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