Hilfswerk "Brot für die Welt" warnt vor Spaltung der Gesellschaft

Desinformation als Gefahr für Demokratien weltweit

Die Zivilgesellschaft wird laut "Brot für die Welt" durch eine wachsende Zahl gezielter Falschinformationen bedroht. Auch Nichtregierungsorganisationen gerieten unter Druck. Die Lage in Deutschland habe sich zudem verschlechtert.

Menschen halten Schilder mit der Aufschrift "This is what Democracy looks like" (dt. So sieht Demokratie aus) bei einer Demonstration gegen den Autoritarismus und die Migrationspolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump / © Tobias Käufer (KNA)
Menschen halten Schilder mit der Aufschrift "This is what Democracy looks like" (dt. So sieht Demokratie aus) bei einer Demonstration gegen den Autoritarismus und die Migrationspolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump / © Tobias Käufer ( KNA )

Desinformation ist nach Einschätzung des Entwicklungshilfswerks "Brot für die Welt" eine Gefahr für Demokratien weltweit. Gezielte Falschinformation diskreditiere Nichtregierungsorganisationen, kriminalisiere zivilgesellschaftlichen Protest und fördere repressive Maßnahmen und Autokratien, sagte Hilfswerkspräsidentin Dagmar Pruin zur Vorstellung des "Atlas der Zivilgesellschaft" am Montag in Berlin. "Desinformation untergräbt Vertrauen und spaltet Gesellschaften", so ihr Fazit. Die Folgen seien mehr Angst, Hass und Gewalt.

Demo gegen Verletzung der Menschenrechte in Belarus / © Paul Zinken (dpa)
Demo gegen Verletzung der Menschenrechte in Belarus / © Paul Zinken ( dpa )

Die Auswertung des Hilfswerks bewertet jährlich den Stand der weltweiten Freiheitsrechte. Demnach lebt nur ein kleiner Bruchteil der Weltbevölkerung, 277 Millionen Menschen, in Ländern mit voller Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Mehr als 70 Prozent aller Menschen hingegen lebten in Staaten, in denen der zivilgesellschaftliche Raum unterdrückt oder vollständig geschlossen sei. Die Zahlen stammen vom globalen zivilgesellschaftlichen Netzwerk Civicus.

Lage in Deutschland verschlechtert

Dem Bericht zufolge verschlechtert sich die Lage auch in demokratischen Staaten: Deutschland, Italien, Frankreich sowie die USA und die Schweiz wurden im aktuellen Bericht heruntergestuft. Deutschland wurde aus der Kategorie "beeinträchtigt" in die Kategorie "beschränkt" herabgestuft. Ein zentraler Grund sei das Vorgehen deutscher Behörden im Zusammenhang mit Protesten gegen den Gaza-Krieg.

Hilfswerk "Brot für die Welt"

Als weltweit tätiges Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland ist "Brot für die Welt" nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat das Hilfswerk den Ansatz, die Lebenssituation armer und ausgegrenzter Menschen zu verbessern. Zentraler Schwerpunkt der Arbeit ist die Ernährungssicherung. "Brot für die Welt"  unterstützt die arme und ländliche Bevölkerung darin, mit umweltfreundlichen und standortgerechten Methoden gute Erträge zu erzielen.

"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach (epd)
"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach ( epd )
Quelle:
KNA