Papst Leo XIV. werde vom 25. bis 28. September Frankreich sowie den Hauptsitz der betreffenden UN-Organisation besuchen, teilte der Vatikan am Samstag mit. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) hat ihren Sitz in Paris.
Über diese Apostolische Reise war schon seit geraumer Zeit spekuliert worden. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte den Papst bei einem Vatikan-Besuch Anfang April eingeladen. Papst Franziskus (2013-2025) hatte stets einen Bogen um das Nachbarland gemacht.
Fünfte internationale Reise des Papstes
Anfang Mai hatten Frankreichs Bischöfe einen möglichen Papstbesuch angedeutet. Dies werde derzeit "ernsthaft geprüft", berichteten französische Medien unter Berufung auf eine Erklärung der Bischofskonferenz. Als Stationen seien die Hauptstadt Paris und der Marienort Lourdes im Gespräch, berichteten französische Medien unter Berufung auf eine Erklärung der Bischofskonferenz. Von Lourdes ist seitens des Vatikans nun nicht die Rede.
Freude in Frankreich über ersten Papstbesuch seit 2008
Freude in Frankreich über den ersten Papstbesuch seit 18 Jahren: "Dieser Besuch im kommenden September wird eine Ehre für unser Land sein, eine Freude für die Katholiken und ein großer Moment der Hoffnung für alle", schrieb Staatspräsident Emmanuel Macron am Samstag in Sozialen Medien.
Frankreichs Bischofskonferenz äußerte "große Freude und tiefe Dankbarkeit". Ihr Vorsitzender, Kardinal Jean-Marc Aveline, erklärte, die Visite des frankophilen Papstes sei "eine sehr, sehr große Freude, aber gleichzeitig eine große Verantwortung". Der Papstbesuch sei eine Ermutigung für eine Kirche, die vor zahlreichen Herausforderungen stehe, so der Bischof von Marseille. Man hoffe auf einen "Fahrplan" des Papstes für die kommenden Jahre.
Benedikt XIV. war 2008 in Frankreich
Es wird der erste Frankreich-Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts seit der Visite von Benedikt XVI. (2005-2013) im September 2008 sein. Sein Nachfolger Franziskus (2013-2025) war zwar dreimal in Frankreich, nämlich 2014 in Straßburg, 2023 in Marseille und 2024 auf Korsika. Doch handelte es sich jeweils um Besuche bei europäischen Institutionen beziehungsweise um pastorale Anlässe. Einen offiziellen Staatsbesuch stattete Franziskus der Grande Nation niemals ab, wie er überhaupt das klassische "Alte Europa" mied.
Für seinen seit einem Jahr amtierenden Nachfolger Leo XIV. wird es die fünfte internationale Reise sein. Im Spätherbst 2025 hatte der erste US-Amerikaner im Papstamt die Türkei und den Libanon besucht, im März 2026 folgte eine Tagesvisite im Fürstentum Monaco, im April eine zwölftägige Reise in vier afrikanische Länder. Vom 6. bis 12. Juni wird Leo XIV. Spanien besuchen.
"Wir teilen dieselbe Überzeugung"
Macron hatte nach seiner ersten Audienz bei Papst Leo am 10. April in einem Social-Media-Posting geschrieben: "Wir teilen die gleiche Überzeugung: Angesichts der Spaltungen in der Welt ist das Wirken für den Frieden sowohl Pflicht als auch Gebot", so der Katholik. "Frankreich wird sich stets für Dialog, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit der Völker einsetzen."
An der Audienz im Apostolischen Palast hatte auch Première Dame Brigitte Macron teilgenommen. Für den Präsidenten war es die vierte Papstaudienz seit seiner Wahl 2017.