Papst Leo XIV. prangert weltweite Aufrüstung an

"Welt, die von Kriegen entstellt ist"

Papst Leo XIV. kritisiert steigende Militärausgaben weltweit und vor allem in Europa deutlich: Aufrüstung sei keine Verteidigung, sondern vergrößere die Spannungen und Unsicherheiten und schade der Diplomatie.

Papst Leo XIV. besucht die Città Universitaria (Universitätsstadt) der Universität Sapienza, um sich mit Dozenten und Studenten auf dem Hauptcampus der Einrichtung zu treffen, einer der ältesten und größten Universitäten der Welt. / © Gregorio Borgia (dpa)
Papst Leo XIV. besucht die Città Universitaria (Universitätsstadt) der Universität Sapienza, um sich mit Dozenten und Studenten auf dem Hauptcampus der Einrichtung zu treffen, einer der ältesten und größten Universitäten der Welt. / © Gregorio Borgia ( dpa )

Papst Leo XIV. hat den weltweiten Anstieg der Militärausgaben verurteilt. "Man darf eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit vergrößert, Investitionen in Bildung und Gesundheit schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie widerlegt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht 'Verteidigung' nennen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Besuch in der Sapienza-Universität in Rom.

Vor Studenten sprach Leo - der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri - von einer "Welt, die leider von Kriegen und von der Sprache des Krieges entstellt ist". Dabei handele es sich um eine "Vergiftung der Vernunft, die von der geopolitischen Ebene in jede soziale Beziehung" eindringe, sagte Leo weiter.

Warnung vor Künstlicher Intelligenz

Er warnte außerdem vor dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Kriegsführung. Mit Blick auf die Kriege in der Ukraine, im Gazastreifen und den palästinensischen Gebieten, im Libanon und im Iran sprach der Papst von einer "unmenschlichen Entwicklung der Beziehung zwischen Krieg und neuen Technologien in einer Spirale der Vernichtung". Er rief die Universitätsstudenten auf, gemeinsam mit ihm "Gestalter eines echten Friedens" zu sein.

Leo hatte in den vergangenen Wochen den Unmut von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen, nachdem er mehrfach Krieg kritisiert und zum Frieden aufgerufen hatte. Trump zeigte sich wütend und griff Leo auf seiner Plattform Truth Social in mehreren Beiträgen wegen dessen Äußerungen verbal an.

Papst

Der Name "Papst" (lateinisch "papa") ist ein Ehrentitel. Er wurde bis zum siebten Jahrhundert allen Bischöfen gegeben, dann aber immer stärker für den Bischof von Rom reserviert. Sie hätten also zurecht sagen können "Wir sind Papst!". Als Bischof von Rom und damit Nachfolger des Apostels Petrus ist der Papst Stellvertreter Christi, Leiter der Gesamtkirche und Haupt des Bischofskollegiums. Gleichzeitig ist er als "Chef" des Vatikanstaates auch Staatsoberhaupt.

Der Ring des Papstes, der Fischerring. Hier an der Hand von Papst Benedikt XVI. (KNA)
Der Ring des Papstes, der Fischerring. Hier an der Hand von Papst Benedikt XVI. / ( KNA )
Quelle:
dpa