Katholische Laienvertreter haben vor Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und demokratiefeindlichen Strömungen in der Kirche gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) am Freitag zu Demokratie, Menschenrechten und einer liberal-demokratischen Rechtsordnung.
Die beiden Organisationen rufen Katholikinnen und Katholiken in Deutschland und Österreich dazu auf, sich aktiv für Demokratie, Menschenrechte und die christliche Soziallehre einzusetzen und ideologischer Vereinnahmung des Glaubens entgegenzutreten. Rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen spielten mit Ängsten, schürten gesellschaftliche Spaltung und diskriminierten Minderheiten, heißt es in dem Papier. Dadurch würden demokratische Grundfesten gefährdet.
Angriff auf christliches Menschenbild
Kritik üben ZdK und KAÖ an neo-integralistischen Ideen in rechtskatholischen Kreisen. Diese zielten darauf ab, religiöse Überzeugungen zur höchsten Leitlinie staatlichen Handelns zu machen. Der Neo-Integralismus verspreche zwar den Schutz christlicher Werte, entpuppe sich aber als "harte ideologische Machtpolitik unter religiösem Deckmantel". Auch Kirche und Glaube würden politisch instrumentalisiert, um demokratische Institutionen schleichend zu unterwandern.
Völkisches Denken weisen die Organisationen entschieden zurück. Die Vorstellung homogener Völker sei ein Angriff auf gesellschaftliche Vielfalt und "mit dem christlichen Bild vom Menschen in keiner Weise in Einklang zu bringen". Die Ausgrenzung von Menschen verletze deren universelle Würde und widerspreche der katholischen Sozialethik. Zugleich warnen ZdK und KAÖ vor der Nähe christlicher Gruppen zu rechtsextremen Organisationen wie der Identitären Bewegung. Hier geschehe ein "unheiliger Brückenschlag zwischen Christentum und Menschenverachtung, Rassismus und Gewaltanwendung".