Das Erzbistum Paderborn führt seine 603 Pfarreien zu 21 Seelsorgeräumen zusammen. Das gab die Erzdiözese am Freitag bekannt. Die Fusionen starten ab dem Jahr 2028. Neu geordnet werden Leitung, Finanzen und Personal.
Grund für die Strukturreform ist unter anderem der Rückgang an Kirchenmitgliedern, Priestern und Ehrenamtlichen. "Zudem hat insbesondere der Missbrauchsskandal zu einem massiven Vertrauensverlust in die Institution Kirche geführt", so das Erzbistum. Schon jetzt könne eine verlässliche Seelsorge nicht mehr überall sichergestellt werden.
Kirchliches Leben weiter in Gemeinden
Das Erzbistum plant, dass die bisherigen Dekanate - bis auf zwei Ausnahmen - zu den künftigen 21 Seelsorgeräumen werden. Jeder Seelsorgeraum entspricht in der Regel einer Pfarrei. Die neuen Einheiten werden von Dreier-Teams geleitet, denen laut Kirchenrecht mindestens ein Priester angehören muss. Neben dem Leitungsteam soll es in jedem Seelsorgeraum eine Vollzeitstelle für Engagementförderung geben.
Das Erzbistum betonte, dass der Seelsorgeraum nicht die Ebene sei, auf der künftig alles kirchliche Leben stattfinde. "Die Kirche lebt weiterhin dort, wo Menschen beten, Gottesdienst feiern, einander begleiten, helfen, Not lindern, Gemeinschaft erfahren und Verantwortung übernehmen: in Gemeinden, Kirchorten, Einrichtungen, Gruppen und Initiativen", sagten die beiden Generalvikare Michael Bredeck und Thomas Dornseifer.
Gemeinsam mit den Pfarreien wird auch die Bistumsverwaltung umstrukturiert. Die Reformen sind das Ergebnis eines etwa einjährigen Beratungsprozesses, an dem auch Kirchenmitglieder und verschiedene Gremien beteiligt waren. Im Erzbistum Paderborn leben 1,25 Millionen Katholikinnen und Katholiken.