Erzbistum Paderborn verringert Zahl der Pfarreien auf 21

Fusionen ab 2028

Das Erzbistum Paderborn reagiert auf den Mitgliederrückgang. In Zukunft wird es daher nur noch insgesamt 21 sogenannte Seelsorgeräume geben. Das gemeindliche Leben soll sich aber weiter bei den Menschen abspielen.

Marktstände vor dem Paderborner Dom zum Liborifest / © Jan Hendrik Stens (DR)
Marktstände vor dem Paderborner Dom zum Liborifest / © Jan Hendrik Stens ( DR )

Das Erzbistum Paderborn führt seine 603 Pfarreien zu 21 Seelsorgeräumen zusammen. Das gab die Erzdiözese am Freitag bekannt. Die Fusionen starten ab dem Jahr 2028. Neu geordnet werden Leitung, Finanzen und Personal.

Grund für die Strukturreform ist unter anderem der Rückgang an Kirchenmitgliedern, Priestern und Ehrenamtlichen. "Zudem hat insbesondere der Missbrauchsskandal zu einem massiven Vertrauensverlust in die Institution Kirche geführt", so das Erzbistum. Schon jetzt könne eine verlässliche Seelsorge nicht mehr überall sichergestellt werden.

Kirchliches Leben weiter in Gemeinden

Das Erzbistum plant, dass die bisherigen Dekanate - bis auf zwei Ausnahmen - zu den künftigen 21 Seelsorgeräumen werden. Jeder Seelsorgeraum entspricht in der Regel einer Pfarrei. Die neuen Einheiten werden von Dreier-Teams geleitet, denen laut Kirchenrecht mindestens ein Priester angehören muss. Neben dem Leitungsteam soll es in jedem Seelsorgeraum eine Vollzeitstelle für Engagementförderung geben.

Das Erzbistum betonte, dass der Seelsorgeraum nicht die Ebene sei, auf der künftig alles kirchliche Leben stattfinde. "Die Kirche lebt weiterhin dort, wo Menschen beten, Gottesdienst feiern, einander begleiten, helfen, Not lindern, Gemeinschaft erfahren und Verantwortung übernehmen: in Gemeinden, Kirchorten, Einrichtungen, Gruppen und Initiativen", sagten die beiden Generalvikare Michael Bredeck und Thomas Dornseifer.

Beim Empfang im Liborianum trug sich der neue Bischof von Paderborns Partnerbistums Le Mans, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin, ins Goldene Buch des Erzbistums Paderborn ein. (V.l.n.r.) Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin, Prälat Thomas Dornseifer. (Erzbistum Paderborn)
Beim Empfang im Liborianum trug sich der neue Bischof von Paderborns Partnerbistums Le Mans, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin, ins Goldene Buch des Erzbistums Paderborn ein. (V.l.n.r.) Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck, Bischof Dr. Jean-Pierre Vuillemin, Prälat Thomas Dornseifer. / ( Erzbistum Paderborn )

Gemeinsam mit den Pfarreien wird auch die Bistumsverwaltung umstrukturiert. Die Reformen sind das Ergebnis eines etwa einjährigen Beratungsprozesses, an dem auch Kirchenmitglieder und verschiedene Gremien beteiligt waren. Im Erzbistum Paderborn leben 1,25 Millionen Katholikinnen und Katholiken.

Erzbistum Paderborn

Rund 4,8 Millionen Menschen leben im Erzbistum Paderborn, davon sind mehr als 1,25 Millionen katholisch. Das Erzbistum gliedert sich in 19 Dekanate mit 597 Pfarrgemeinden in 107 Seelsorgeeinheiten (Pastorale Räume / Pastoralverbünde / Gesamtpfarreien). 

Erzbistum Paderborn / © Bernd Thissen (dpa)
Erzbistum Paderborn / © Bernd Thissen ( dpa )
Quelle:
KNA