Erzbischof Bentz lädt neuen Chaldäer-Patriarchen ein

Glückwünsche aus Deutschland

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz will die Beziehungen zur Kirche im Irak stärken. Er gratuliert dem neuen chaldäischen Patriarchen, Patriarch Polis III. Nona, zum wichtigen Amt für Christen in schwieriger Lage.

Blick auf eine Straße in Telskuf (Irak). Im Hintergrund ist die chaldäisch-katholische Kirche Sankt Georg zu sehen.  / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Blick auf eine Straße in Telskuf (Irak). Im Hintergrund ist die chaldäisch-katholische Kirche Sankt Georg zu sehen. / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat dem neuen Oberhaupt der chaldäischen Kirche zu seiner Wahl gratuliert und ihn nach Paderborn eingeladen. Das berichtete das chaldäische Patriarchat mit Sitz in Bagdad am Donnerstag in seinem Internetportal.

Erzbischof Bentz in Mossul / © Matthias Kopp (DBK)
Erzbischof Bentz in Mossul / © Matthias Kopp ( DBK )

Bentz erinnerte in dem Glückwunschschreiben an Patriarch Polis III. Nona (58) an seinen Besuch im Irak im vergangenen Jahr. Damals traf er in seiner Eigenschaft als Nahost-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz den damaligen Patriarchen, Kardinal Louis Raphael Sako. Der Erzbischof betonte seine Wertschätzung für das christliche Erbe im Irak und die großen Herausforderungen, denen sich die Christen dort gegenübersehen. Bentz erklärte, er wolle die Beziehungen zwischen der Kirche in Deutschland und der Kirche im Irak stärken.

Vor Terrormiliz geflohen

Der Papst hatte dem neuen Oberhaupt der größten christlichen Minderheit im Irak Ende April die Kirchengemeinschaft gewährt. Die Synode der Chaldäer hatte den langjährigen Erzbischof der Chaldäer in Sydney (2015-2026) bei ihrer Synode in Rom gewählt. Von 2010 bis 2015 war Nona chaldäischer Erzbischof von Mossul im Nordirak, floh aber wegen des Vorrückens der Terrormiliz "Islamischer Staat" von dort nach Australien.

Die chaldäische Kirche mit rund 750.000 Mitgliedern eine der wichtigsten christlichen Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten. Sie ist eine mit Rom in Gemeinschaft stehende katholische Ostkirche. Seit den Kriegen im Irak im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts leben viele von ihnen in westlichen Ländern.

Christen im Irak-Konflikt

Seit dem Krieg im Irak 2003 sind Hunderttausende Christen vor Diskriminierung, Anschlägen und Entführungen in Nachbarländer oder den Westen geflohen. Experten befürchten, dass das christliche Leben dort ganz verschwindet. Der Irak zählt zu den ältesten Siedlungsgebieten des Christentums. 

Armenische Kirche im Irak hinter einem Stacheldrahtzaun (shutterstock)
Armenische Kirche im Irak hinter einem Stacheldrahtzaun / ( shutterstock )
Quelle:
KNA