Synode bestimmt Kandidaten für Wahl des georgischen Patriarchen

Spannungen im Land

Wie der Leiter des Pressedienstes des Patriarchats von Georgien mitteilte, erhielt einer der drei Kandidaten für den Patriarchenthron 20 Stimmen. Alle Kandidaten werden nun dem erweiterten Rat der georgischen Kirche vorgestellt.

Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak (KNA)
Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak ( KNA )

Der Heilige Synod der georgisch-orthodoxen Kirche hat am 28. April drei Kandidaten für den Patriarchenthron bestimmt. Bei der Abstimmung im Patriarchat von Georgien unter 38 Hierarchen schlugen die Synodalen drei Kandidaten zur Wahl vor: Metropolit Schio von Senaki und Tschchorotski, Metropolit Grigol von Poti und Chobi sowie Metropolit Hiob von Urbnisi und Ruisi.

Wie Erzpriester Andria Jagmaidze, Leiter des Pressedienstes des Patriarchats, mitteilte, erhielt Metropolit Schio 20 Stimmen, die beiden anderen Kandidaten jeweils 7 Stimmen. Die Kandidaten werden nun dem erweiterten Rat der georgischen Kirche vorgestellt. Der hat dann den neuen Patriarchen von Georgien zu wählen.

Reaktion auf Spekulationen

Offensichtlich haben sich aber die nach dem Tod von Patriarch-Katholikos Ilia II. (gest. 17. März) zu Tage getretenen Spannungen im Land weiter verstärkt. Jedenfalls sah sich die Kirchenleitung veranlasst, auf kursierende Medienberichte und Spekulationen über ein angebliches hochrangiges internes Kirchentreffen zu reagieren. In einer Erklärung betonte das Patriarchat, es sei keine besondere Versammlung von Hierarchen geplant; vielmehr setze die Kirche ihre Beratungen ohne außergewöhnliche Vorkommnisse fort.

Diese Klarstellung erfolgte vor dem Hintergrund eines gesteigerten öffentlichen Interesses und anhaltender Diskussionen zum Verfahren der Wahl eines neuen Patriarchen. Auch prominente Hierarchen, darunter die jetzt benannten Kandidaten, sahen sich zu persönlichen Stellungnahmen veranlasst. Metropolit Grigol beschwor Einheit, Zurückhaltung und Verantwortung. Die aktuelle Wahl dürfe nicht üblichen politischen Wahlkämpfen ähneln.

Religion und Kirche in Georgien

Georgien ist ein Staat in Vorderasien am Schwarzen Meer südlich des Kaukasus mit rund 4,9 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt Tiflis liegt auf demselben Breitengrad wie Rom. 1918 erklärte sich Georgien erstmals für unabhängig. 1922 wurde es ein Teil der Sowjetunion, 1991 wieder unabhängig. Georgien ist eine parlamentarische Demokratie. 

Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak (KNA)
Blick auf Georgiens Hauptstadt Tiflis / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
KNA