Die Regierungschefin des Vatikanstaats, Raffaella Petrini, warnt davor, Künstliche Intelligenz blind zu akzeptieren. Regierungen seien gefordert, den Einsatz von KI zu regulieren und Bildungseinrichtungen sollten Kompetenzen vermitteln, sagte sie den vatikanischen Medien am Mittwoch. Dazu gehöre auch der kritische und verantwortungsvolle Umgang eines jeden Einzelnen.
Die Ordensfrau und Sozialwissenschaftlerin sprach bei einer hochrangigen Konferenz über KI und die Zukunft der Arbeitswelt an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Für Petrini habe die KI eine "transformative Kraft", gleichzeitig aber bringe sie Risiken für die Arbeitswelt mit sich. Es gelte daher, Entscheidungen zu treffen, die sicherstellen, dass Technologie dem Menschen diene, so die Ordensfrau. Dies gelte besonders für die Arbeitswelt. Die Entwicklung von KI hänge ebenfalls von moralischen Entscheidungen ab.
Bewusste Gestaltung von Fortschritt
Mit Blick auf konkrete Auswirkungen der KI auf Arbeitsplätze verwies die Sozialwissenschaftlerin auf Studien der Internationalen Arbeitsorganisation, wonach Digitalisierung und Automatisierung die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern können. Die Veränderungen am Arbeitsmarkt würden neue Chancen schaffen, aber auch Formen der Ausgrenzung erzeugen. Deshalb sei ein verantwortungsvoller Einsatz unerlässlich.
Die Chefin des Vatikanstaats forderte in diesem Zusammenhang eine bewusste Gestaltung des technologischen Fortschritts. "Technologie ist dazu da, dem Menschen zu dienen, nicht ihn zu ersetzen", sagte Petrini und rief zu einer Allianz zwischen Mensch und Technologie auf.