Genau einen Monat vor Reisebeginn hat der Vatikan das offizielle Programm des ersten Spanienbesuchs von Leo XIV. veröffentlicht. Demnach wird der Papst am 6. Juni vom spanischen Königspaar in der Hauptstadt Madrid empfangen – sie zählen zu den wenigen katholischen Monarchen weltweit. Erst zwei Tage später trifft Leo XIV. mit dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez in kleinem Rahmen zusammen, und zwar nicht – wie üblich – an dessen Regierungssitz, sondern in der Vatikanbotschaft des Landes.
An seinem ersten Tag in Spanien wird Leo XIV. ein Sozialprojekt besuchen sowie ein Abendgebet mit Jugendlichen leiten. Am 7. Juni folgt auf die Sonntagsmesse mit Fronleichnamsprozession ein privates Treffen mit Angehörigen des Augustinerordens, den Leo XIV. über viele Jahre leitete. Fronleichnam wird in Spanien sonntags begangen.
Anschließend kommt der Papst mit Vertretern aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport zusammen. Der Folgetag teilt sich auf in Treffen mit Politikern und Kirchenvertretern.
Nächster Stopp: Barcelona
Am Dienstag (9. Juni) reist der Papst weiter in die zweitgrößte Stadt des Landes: Barcelona. In der katalonischen Hauptstadt nimmt Leo XIV. zunächst an zwei Gebetstreffen teil, darunter eines im örtlichen Olympiastadion. Am Mittwoch besucht er ein Gefängnis und die berühmte Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat, bevor er am Abend den höchsten Kirchturm der Welt einweiht: den Jesus-Christus-Turm der Sagrada Família. Der feierliche Akt fällt genau auf den 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí.
Nach Politik, Kirche und Kunst sind die beiden letzten Reisetage eng mit dem Thema Migration verknüpft. Dies sorgte im Vorfeld der Reise bereits für Konflikte zwischen Kirche und Vertretern der rechtspopulistischen Vox-Partei, die sich gegen Einwanderung ausspricht. Leo XIV. wird am 11. und 12. Juni die unter besonders hohem Migrationsdruck stehenden Kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas besuchen.
Migranten auf den Kanarischen Inseln
Zunächst trifft er sich auf Gran Canaria mit Flüchtlingshelfern und Kirchenvertretern der Insel. Am Folgetag spricht er auf Teneriffa mit Migranten und mit Menschen, die sich für deren Integration einsetzen. Nach einer Messe am Hafen der Insel reist er zurück nach Rom.