Vatikan veröffentlicht Programm zur Spanienreise von Papst Leo XIV.

Madrid, Barcelona, Kanaren

Lange hat das offizielle Programm der Spanienreise von Papst Leo XIV. auf sich warten lassen. Nun ist es veröffentlicht worden. Mit einer straffen Agenda und Themen, die nicht nur in Spanien für Debatten sorgen könnten.

Archivbild: Papst Leo XIV. steigt aus einem Flugzeug / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Archivbild: Papst Leo XIV. steigt aus einem Flugzeug / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Genau einen Monat vor Reisebeginn hat der Vatikan das offizielle Programm des ersten Spanienbesuchs von Leo XIV. veröffentlicht. Demnach wird der Papst am 6. Juni vom spanischen Königspaar in der Hauptstadt Madrid empfangen – sie zählen zu den wenigen katholischen Monarchen weltweit. Erst zwei Tage später trifft Leo XIV. mit dem sozialistischen Regierungschef Pedro Sánchez in kleinem Rahmen zusammen, und zwar nicht – wie üblich – an dessen Regierungssitz, sondern in der Vatikanbotschaft des Landes.

Der spanische König führt den Vorsitz bei der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. An einem Tisch sitzen die zweite Vizepräsidentin und Ministerin für Arbeit und Sozialwirtschaft, Yolanda Díaz, (L-R): Ministerpräsident Pedro Sánchez und König Felipe VI.  / © Pool Moncloa/José Manuel Álvar/EUROPA PRESS (dpa)
Der spanische König führt den Vorsitz bei der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. An einem Tisch sitzen die zweite Vizepräsidentin und Ministerin für Arbeit und Sozialwirtschaft, Yolanda Díaz, (L-R): Ministerpräsident Pedro Sánchez und König Felipe VI. / © Pool Moncloa/José Manuel Álvar/EUROPA PRESS ( dpa )

An seinem ersten Tag in Spanien wird Leo XIV. ein Sozialprojekt besuchen sowie ein Abendgebet mit Jugendlichen leiten. Am 7. Juni folgt auf die Sonntagsmesse mit Fronleichnamsprozession ein privates Treffen mit Angehörigen des Augustinerordens, den Leo XIV. über viele Jahre leitete. Fronleichnam wird in Spanien sonntags begangen.

Anschließend kommt der Papst mit Vertretern aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und Sport zusammen. Der Folgetag teilt sich auf in Treffen mit Politikern und Kirchenvertretern.

Nächster Stopp: Barcelona

Am Dienstag (9. Juni) reist der Papst weiter in die zweitgrößte Stadt des Landes: Barcelona. In der katalonischen Hauptstadt nimmt Leo XIV. zunächst an zwei Gebetstreffen teil, darunter eines im örtlichen Olympiastadion. Am Mittwoch besucht er ein Gefängnis und die berühmte Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat, bevor er am Abend den höchsten Kirchturm der Welt einweiht: den Jesus-Christus-Turm der Sagrada Família. Der feierliche Akt fällt genau auf den 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí. 

Blick über Barcelona mit der Sagrada Familia / © Pandora Pictures (shutterstock)
Blick über Barcelona mit der Sagrada Familia / © Pandora Pictures ( shutterstock )

Nach Politik, Kirche und Kunst sind die beiden letzten Reisetage eng mit dem Thema Migration verknüpft. Dies sorgte im Vorfeld der Reise bereits für Konflikte zwischen Kirche und Vertretern der rechtspopulistischen Vox-Partei, die sich gegen Einwanderung ausspricht. Leo XIV. wird am 11. und 12. Juni die unter besonders hohem Migrationsdruck stehenden Kanarischen Inseln vor der Küste Afrikas besuchen.

Migranten auf den Kanarischen Inseln

Zunächst trifft er sich auf Gran Canaria mit Flüchtlingshelfern und Kirchenvertretern der Insel. Am Folgetag spricht er auf Teneriffa mit Migranten und mit Menschen, die sich für deren Integration einsetzen. Nach einer Messe am Hafen der Insel reist er zurück nach Rom.

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA