Kirche in Florida schließt Heim für Migrantenkinder

Wegen Kürzung zur Schließung gezwungen

Die US-Regierung hat einen Millionenvertrag mit einem katholischen Hilfswerk im Bundesstaat Florida gekündigt. Dadurch muss ein Heim für unbegleitete Migrantenkinder schließen. Der zuständige Erzbischof ist entsetzt.

Viele Heimkinder mussten früher Zwangsarbeit leisten / © Arne Dedert (dpa)
Viele Heimkinder mussten früher Zwangsarbeit leisten / © Arne Dedert ( dpa )

Schwerer Schlag für die kirchliche Migrantenhilfe im US-Bundesstaat Florida. Weil die US-Regierung einen Vertrag über elf Millionen Dollar (rund 9,4 Millionen Euro) kündigte, muss das kirchliche Hilfswerk Catholic Charities im Erzbistum Miami Dutzende Beschäftigte entlassen. 

Wie der "Miami Herald" berichtet, verlieren mehr als 80 Beschäftigte bis Ende Juni ihre Arbeitsstelle. Zudem müsse das Bryan Walsh Children's Village im Süden Floridas schließen. Es galt bisher als zuverlässige Anlaufstelle für unbegleitete Kinder aus Kuba, Venezuela und Haiti.

Erzbischof kritisiert die Regierung

Bereits vor einigen Wochen hatte das Erzbistum die Mitteilung erhalten, dass die Mittel, mit denen auch das Heim betrieben wird, gestrichen werden. Damit endet eine jahrzehntelange Kooperation. Die zuständige Regierungsbehörde teilte mit, die Entscheidung sei schlicht deshalb getroffen worden, weil die Zahl der zu betreuenden unbegleiteten Migrantenkinder in der neuen Amtszeit von Präsident Donald Trump drastisch gesunken sei. 

Miamis Erzbischof Thomas Wenski kritisierte die Kürzung jüngst in einem TV-Interview und hob den Wert der bisher geleiteten Arbeit hervor. "Wir haben das gut gemacht", betonte er. Vielen notleidenden Kindern sei geholfen worden. Der Regierung warf er vor, die katholischen Hilfswerke wegen ihrer anhaltenden Kritik an der verschärften Migrationspolitik bestrafen zu wollen. Die Erzdiözese bestätigte überdies, dass 84 Mitarbeiter über die Entlassungen und die Schließung des Heims informiert worden seien.

Quelle:
KNA