Papst Leo XIV. erinnert sich an Peru-Hilfe des Erzbistums Köln

"Er weiß, wer wir sind"

Zum 50-jährigen Bestehen der Diözesanstelle Weltkirche und Dialog im Erzbistum Köln hat Papst Leo XIV. eine Delegation empfangen. Für den Leiter Nadim Ammann war die Audienz ein besonderer Moment, da der Pontifex persönlich wurde.

Autor/in:
Dagmar Peters
Papst Leo XIV. empfängt eine Delegation der Diözesanstelle "Weltkirche & Dialog" des Erzbistums Köln mit Rolf Steinhäuser (m.l.), Weihbischof in Köln, am 30. April 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt eine Delegation der Diözesanstelle "Weltkirche & Dialog" des Erzbistums Köln mit Rolf Steinhäuser (m.l.), Weihbischof in Köln, am 30. April 2026 im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

DOMRADIO.DE: Die Eindrücke sind noch frisch. Wie haben Sie die Audienz an diesem Donnerstag bei Papst Leo XIV. erlebt?

Nadim Ammann / © privat
Nadim Ammann / © privat

Nadim Ammann (Leiter der Diözesanstelle Weltkirche und Dialog des Erzbistums Köln): Das war ein besonderer Moment. Es war eine sehr familiäre Atmosphäre, weil wir keine große Gruppe waren. Der Papst saß in unserer Nähe und wurde in seiner Ansprache auch sehr persönlich.

DOMRADIO.DE: In der Corona-Zeit erreichte die Abteilung Weltkirche ein Hilferuf aus Peru vom damaligen Bischof Robert Prevost. Er suchte dringend Sauerstoffgeräte für die Menschen. Das Erzbistum Köln konnte helfen. Hat sich der Papst an Sie und an die Unterstützung aus Köln erinnert?

Ammann: Ja, das war mit Sicherheit ein Höhepunkt. Er hatte natürlich ein vorbereitetes Papier, von dem er auch vorgelesen hat. Dann unterbrach er aber und sagte, er erinnere sich gut an den Moment, als er diese Sauerstoffgeräte bekam. Die hätten viele Menschenleben gerettet. In diesem Moment ist uns bewusst geworden: Er weiß, wer wir sind. Wir wurden wirklich wahrgenommen als die Stelle in Köln, die mit vielen Partnern in Beziehung steht.

DOMRADIO.DE: Eine Audienz bedeutet eigentlich, dass man zuhört. Kommt man in so einer Situation trotzdem ins Gespräch?

Ammann: Ja, wenn er die einzelnen Hände schüttelt. Dann kommt man nach vorne und hat dazu die Möglichkeit. Es hängt aber stark davon ab, was man selbst daraus macht. In meinem Fall hatte ich als Bereichsleiter die Möglichkeit, ihm eine Weihnachtsplakette von Egino Weinert (deutscher Goldschmied, Bildhauer und Maler der zeitgenössischen sakralen Kunst, Anm. d. Red.) zu überreichen. Darüber sind wir ins Gespräch gekommen.

Er erinnerte sich daran, dass er 1974 in Köln war, und meinte scherzhaft, dass ich damals vielleicht noch gar nicht geboren gewesen sei. Da war ich aber schon fünf Jahre alt. Darüber konnten wir kurz lachen. Das war sehr persönlich. Mit manchen hat er gar nicht gesprochen, mit anderen etwas länger.

DOMRADIO.DE: Das war für Sie also ein besonderer Augenblick?

Ammann: Das war in der Tat ein besonderer Augenblick. Zum Schluss sagte er auch noch: "Grüßen Sie bitte Kardinal Woelki von mir." Auch das hat gezeigt, dass ihm sehr bewusst war, wer dort ist. Er kennt das weltkirchliche Engagement des Erzbistums Köln. Es war nicht einfach nur ein Termin, sondern ein schöner Moment – ich denke auch für den Heiligen Vater.

DOMRADIO.DE: Die Abteilung Weltkirche im Erzbistum Köln feiert ihren 50. Geburtstag. Hat Papst Leo XIV. dazu etwas gesagt?

Ammann: Er hat vor allem den Dialog hervorgehoben. Wir müssen miteinander kommunizieren. Unsere gesamte Arbeit ist Dialogarbeit. Darauf hat er abgehoben. Außerdem hat er die Konflikte in der Welt angesprochen, die ihn sehr beschäftigen. Das war auch beim Gottesdienst in Kamerun sein Hauptthema. Er hat noch einmal hervorgehoben, wie wichtig dieses Engagement ist, um die Völker zu verbinden.

Das Interview führte Dagmar Peters.

Quelle:
DR

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