Wie die vatikanische Sternwarte am Mittwoch mitteilte, wurde ein Asteroid von der Internationalen Astronomen-Vereinigung (IAU) auf den Namen "Gioacchinopecci" registriert. Er trägt die Ordnungsnummer 858334 und wurde mit dem vatikanischen Teleskop entdeckt, das auf dem Mount Graham in Arizona steht.
Gioacchino Pecci war der Taufname des 1810 geborenen späteren Papstes Leo XIII. (1878-1903), der für die Geschichte der vatikanischen Astronomie eine wichtige Rolle spielte. In seinem Pontifikat wurde 1891 die päpstliche Sternwarte neu gegründet. Er veranlasste dies mit einem Motu proprio, das den Titel "Ut mysticam" trägt. In dem Schreiben beauftragte der Papst Vertreter der Kirche, die Naturwissenschaften nach Kräften zu fördern.
Papstnamen für Himmelskörper sind selten
Nach Päpsten benannte Himmelskörper sind selten. Spektakulär war die Benennung des 1990 entdeckten Kleinplaneten 8661. Er wurde im Jahr 2000 offiziell auf den Namen "Ratzinger" registriert. Dies war der Familienname des späteren Papstes Benedikt XVI. (2005-2013). Damit wurde der damalige Kardinal Joseph Ratzinger für seine Rolle bei der Neubewertung des Falls Galileo durch den Vatikan geehrt.
Laut Vatikansternwarte gibt es derzeit etwa 1,3 Millionen bekannte Asteroiden. Etwa 850.000 davon tragen einen Namen gemäß der "Working Group for Small Body Nomenclature" (WGSBN) der IAU.