Ruhrbischof Overbeck eröffnet Telgter Wallfahrt

"Um die Würde des Menschen"

Die Wallfahrten nach Telgte steht in dieser Saison unter dem Leitwort "Raum geben". Bischof Franz-Josef Overbeck ruft dazu auf, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und Menschen, die Schutz und Anerkennung suchen, Raum zu geben.

Bischof Franz-Josef Overbeck / © Nicolas Ottersbach (DR)
Bischof Franz-Josef Overbeck / © Nicolas Ottersbach ( DR )

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat am Samstagabend die Telgter Wallfahrt 2026 eröffnet. Angesichts weltweiter Konflikte werde deutlich, wie zerbrechlich Frieden sei und wie wichtig es bleibe, Gewalt nur als letztes Mittel zu verstehen, erklärte Overbeck, der auch katholischer Militärbischof ist. Er drängte darauf, dass Gewalt nur das letzte Mittel sein dürfe. 

Christinnen und Christen seien aufgerufen, sich für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen und sensibel für die Würde jedes Menschen zu bleiben. Die Wallfahrtssaison steht in diesem Jahr unter dem Leitwort "Raum geben". Räume für Frieden zu eröffnen, bedeute immer auch, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, unterstrich Overbeck.

Pilger der Telgter Wallfahrt gehen auf einer Straße. Rund 40 Kilometer Landstraße liegen zwischen der niedersächsischen Bischofsstadt Osnabrück und dem münsterländischen Wallfahrtsort Telgte. Tausende Gläubige aus den Bistümern Münster und Osnabrück und anderen Regionen legen diesen Weg zu Fuß zurück, um die Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte zu begehen. 1852 machten sich fromme Katholiken aus Osnabrück zum ersten Mal auf den Weg - in diesem Jahr findet das Glaubensfest zum 172. Mal statt. / © Friso Gentsch (KNA)
Pilger der Telgter Wallfahrt gehen auf einer Straße. Rund 40 Kilometer Landstraße liegen zwischen der niedersächsischen Bischofsstadt Osnabrück und dem münsterländischen Wallfahrtsort Telgte. Tausende Gläubige aus den Bistümern Münster und Osnabrück und anderen Regionen legen diesen Weg zu Fuß zurück, um die Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte zu begehen. 1852 machten sich fromme Katholiken aus Osnabrück zum ersten Mal auf den Weg - in diesem Jahr findet das Glaubensfest zum 172. Mal statt. / © Friso Gentsch ( KNA )

Zudem warnte der Ruhrbischof vor einer wachsenden Polarisierung in Gesellschaft und Politik. Wenn Menschen ausgegrenzt oder entwürdigt würden, sei dies ein Angriff auf die Grundlagen des Zusammenlebens.

"Es geht um die Würde des Menschen", erklärte Overbeck. "Raum geben" bedeute daher nicht nur eine geistliche Haltung, sondern auch einen sozialen Auftrag: Raum zu schaffen für Barmherzigkeit, für die Opfer von Gewalt und Unrecht sowie für alle, die Schutz und Anerkennung suchten.

Kutschen-, Fahrrad- und Fußwallfahrt geplant

Teil des Wallfahrtsjahres sind den Angaben zufolge unter anderem die letzte Kutschenwallfahrt, die nunmehr dritte Telgter Fahrradwallfahrt, die 174. Osnabrücker Wallfahrt und die 350.

Altenrheiner Fußwallfahrt. Erstmals findet die Wallfahrtssaison laut Bistum Münster vollständig in der renovierten und umgestalteten Propsteikirche statt. Ziel der Pilgerinnen und Pilger ist das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Es wurde um 1370 geschaffen und zeigt eine Pietà - den Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus im Schoß seiner Mutter Maria.

 

Bistum Essen

Das Bistum Essen ist eines der jüngsten und kleinsten unter den 27 römisch-katholischen Bistümern in Deutschland. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es mit 1.877 Quadratkilometern und knapp 680.000 Mitgliedern das kleinste Bistum.

Es wurde am 1. Januar 1958 aus Teilen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster und Paderborn errichtet; damals zählte die Diözese noch rund 1,5 Millionen Mitglieder. Heute sind es 616.766 Mitglieder (Stand März 2026). 

Blick auf den Essener Dom / © frantic00 (shutterstock)
Quelle:
epd