Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat am Samstagabend die Telgter Wallfahrt 2026 eröffnet. Angesichts weltweiter Konflikte werde deutlich, wie zerbrechlich Frieden sei und wie wichtig es bleibe, Gewalt nur als letztes Mittel zu verstehen, erklärte Overbeck, der auch katholischer Militärbischof ist. Er drängte darauf, dass Gewalt nur das letzte Mittel sein dürfe.
Christinnen und Christen seien aufgerufen, sich für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen und sensibel für die Würde jedes Menschen zu bleiben. Die Wallfahrtssaison steht in diesem Jahr unter dem Leitwort "Raum geben". Räume für Frieden zu eröffnen, bedeute immer auch, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, unterstrich Overbeck.
Zudem warnte der Ruhrbischof vor einer wachsenden Polarisierung in Gesellschaft und Politik. Wenn Menschen ausgegrenzt oder entwürdigt würden, sei dies ein Angriff auf die Grundlagen des Zusammenlebens.
"Es geht um die Würde des Menschen", erklärte Overbeck. "Raum geben" bedeute daher nicht nur eine geistliche Haltung, sondern auch einen sozialen Auftrag: Raum zu schaffen für Barmherzigkeit, für die Opfer von Gewalt und Unrecht sowie für alle, die Schutz und Anerkennung suchten.
Kutschen-, Fahrrad- und Fußwallfahrt geplant
Teil des Wallfahrtsjahres sind den Angaben zufolge unter anderem die letzte Kutschenwallfahrt, die nunmehr dritte Telgter Fahrradwallfahrt, die 174. Osnabrücker Wallfahrt und die 350.
Altenrheiner Fußwallfahrt. Erstmals findet die Wallfahrtssaison laut Bistum Münster vollständig in der renovierten und umgestalteten Propsteikirche statt. Ziel der Pilgerinnen und Pilger ist das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Es wurde um 1370 geschaffen und zeigt eine Pietà - den Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus im Schoß seiner Mutter Maria.