Sarah Mullally trifft als erstes weibliches Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft den Papst. Am Montag wird Leo XIV. die Erzbischöfin von Canterbury zu einem privaten Gespräch im Apostolischen Palast empfangen, wie der Vatikan ankündigte. Die Begegnung endet mit einem gemeinsamen Gebet der Kirchenoberhäupter in der Kapelle von Papst Urban VIII. im Vatikan.
"Bande der Freundschaft erneuern"
Leo XIV. hatte am 25. März der neuen Erzbischöfin von Canterbury zur Amtseinführung gratuliert und zugleich an gemeinsame ökumenische Anstrengungen und Herausforderungen erinnert. "Ihre ermutigenden Worte und Ihre Bitte um die Führung des Heiligen Geistes habe ich mit großer Dankbarkeit aufgenommen", so Mullally in ihrer Antwort. "Ich freue mich sehr darauf, Eure Heiligkeit in naher Zukunft zu treffen und die Bande der Freundschaft und unser gemeinsames Engagement weiter zu stärken."
Dialog zwischen Katholiken und Anglikanern
Wie auch der Papst in seinem Brief würdigt die Erzbischöfin den fortdauernden ökumenischen Dialog, unter anderem durch die Arbeit der
Internationalen Anglikanisch-Katholischen Kommission (ARCIC) und der Internationalen anglikanisch-römisch-katholischen Kommission für Einheit und Mission (IARCCUM).
"Wir beten, dass der Heilige Geist uns weiterhin in alle Wahrheit leitet, unsere Gemeinschaft vertieft und uns immer näher an die
sichtbare Einheit führt, für die Christus gebetet hat", so Mullally. "Ich danke für diesen gemeinsamen Weg, der weiter wächst", erklärte sie unter Verweis auf den Staatsbesuch von König Charles III. im Oktober 2025 im Vatikan.
Der Anglikanischen Gemeinschaft, die eng mit der Kirche von England verbunden ist, gehören laut Schätzungen weltweit rund 80 Millionen Menschen an. Die römisch-katholische Kirche hat etwa 1,4 Milliarden Mitglieder.