Papst empfängt zum ersten Mal anglikanische Erzbischöfin Mullally

Gemeinsames Gebet

Papst Leo XIV empfängt am Montag erstmals die anglikanische Erzbischöfin Sarah Mullally in Rom. Die Begegnung im Apostolischen Palast ist das erste Treffen der beiden Kirchenoberhäupter. Freundliche Briefe tauschten sie schon aus.

Sarah Mullally, Erzbischöfin von Canterbury, verteilt die Kommunion an die Gäste des Gottesdienstes im Berliner Dom. / © Carsten Koall (dpa)
Sarah Mullally, Erzbischöfin von Canterbury, verteilt die Kommunion an die Gäste des Gottesdienstes im Berliner Dom. / © Carsten Koall ( dpa )

Sarah Mullally trifft als erstes weibliches Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft den Papst. Am Montag wird Leo XIV. die Erzbischöfin von Canterbury zu einem privaten Gespräch im Apostolischen Palast empfangen, wie der Vatikan ankündigte. Die Begegnung endet mit einem gemeinsamen Gebet der Kirchenoberhäupter in der Kapelle von Papst Urban VIII. im Vatikan.

Messe mit Papst Leo XIV. in Kilamba / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Messe mit Papst Leo XIV. in Kilamba / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

"Bande der Freundschaft erneuern"

Leo XIV. hatte am 25. März der neuen Erzbischöfin von Canterbury zur Amtseinführung gratuliert und zugleich an gemeinsame ökumenische Anstrengungen und Herausforderungen erinnert. "Ihre ermutigenden Worte und Ihre Bitte um die Führung des Heiligen Geistes habe ich mit großer Dankbarkeit aufgenommen", so Mullally in ihrer Antwort. "Ich freue mich sehr darauf, Eure Heiligkeit in naher Zukunft zu treffen und die Bande der Freundschaft und unser gemeinsames Engagement weiter zu stärken."

König Charles III. wird von Papst Leo XIV. bei einem Treffen im Vatikan während eines Staatsbesuchs begrüßt / © Simone Risoluti//Vatican Media via PA Media (dpa)
König Charles III. wird von Papst Leo XIV. bei einem Treffen im Vatikan während eines Staatsbesuchs begrüßt / © Simone Risoluti//Vatican Media via PA Media ( dpa )
König Charles III. im Vatikan während eines Staatsbesuchs. Er ist das weltliche Oberhaupt der Kirche von England. 

Dialog zwischen Katholiken und Anglikanern

Wie auch der Papst in seinem Brief würdigt die Erzbischöfin den fortdauernden ökumenischen Dialog, unter anderem durch die Arbeit der
Internationalen Anglikanisch-Katholischen Kommission (ARCIC) und der Internationalen anglikanisch-römisch-katholischen Kommission für Einheit und Mission (IARCCUM).

"Wir beten, dass der Heilige Geist uns weiterhin in alle Wahrheit leitet, unsere Gemeinschaft vertieft und uns immer näher an die
sichtbare Einheit führt, für die Christus gebetet hat", so Mullally. "Ich danke für diesen gemeinsamen Weg, der weiter wächst", erklärte sie unter Verweis auf den Staatsbesuch von König Charles III. im Oktober 2025 im Vatikan.

Der Anglikanischen Gemeinschaft, die eng mit der Kirche von England verbunden ist, gehören laut Schätzungen weltweit rund 80 Millionen Menschen an. Die römisch-katholische Kirche hat etwa 1,4 Milliarden Mitglieder.

England und Rom - Stationen der Entfremdung und Wiederannäherung

"Tod den Papisten!", so rief man in England, seit 1605 ein Katholik das Parlament in die Luft jagen wollte. Erst in der Spätzeit von Königin Elizabeth II. hieß es dann wieder: "Willkommen zu Hause, Herr Kardinal!"

Vor zwei Jahren (im Mai 2023) nahm mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Nummer Zwei des Vatikans als Stellvertreter des Papstes an der Krönung von Charles III. teil.

Das war keinesfalls eine Selbstverständlichkeit - denn über Jahrhunderte standen in England der Papst und "die Papisten" in einem ganz schlechten Ansehen.

Schild mit Gottesdienstzeiten an der katholischen Kirche Saint Patrick in London. / © Nicola Trenz (KNA)
Schild mit Gottesdienstzeiten an der katholischen Kirche Saint Patrick in London. / © Nicola Trenz ( KNA )
Quelle:
KNA