Mit einem Empfang in der Nuntiatur hat sich der bisherige Papst-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, aus seinem Amt in den Ruhestand verabschiedet. "Ich verlasse Deutschland mit dankbarem Herzen", sagte er am Donnerstagabend in Berlin. "Über die Jahre meines Dienstes in Deutschland sind mir viele von Ihnen ans Herz gewachsen. In meinem Herzen nehme ich Sie mit in meine Heimat Kroatien, wohin ich mich am kommenden Montag verabschieden werde."
Der 75-jährige Eterovic hatte den Heiligen Stuhl seit 2013 in Deutschland vertreten und stand in dieser Funktion zugleich als Ehrenältester - Doyen - dem Diplomatischen Korps vor. Eterovic gilt als einer der Spitzendiplomaten der römischen Kurie. Sein Nachfolger in Berlin wird der niederländische Erzbischof Hubertus van Megen (64), der zuvor Apostolischer Nuntius in Kenia war.
Diplomatie gegenwärtig unverzichtbar
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, sagte: "Wir sind Ihnen zutiefst dankbar für all das, was Sie in Ihrer Amtszeit geleistet haben, was Sie an Gesprächen ermöglicht und an Brücken gebaut haben." Angesichts der Weltlage sei Diplomatie notwendig und unverzichtbar. "Und als Kirche sind wir dankbar, dass es die vatikanische Diplomatie gibt, die vielfältig und meist äußerst diskret agiert, präsent ist und den Boden für Dialog bereitet." Sie baue Brücken zu Verständigung und Frieden. Wilmer rief zur Verteidigung von Frieden und Demokratie auf. Beides dürfe nicht gefährdet werden: "Von keiner Seite, schon gar nicht von dumpfen Parolen, die uns glauben machen wollen, es brauche radikale politische Ränder, um die Gesellschaft zusammenzuhalten." Der Hildesheimer Bischof betonte: "Wir brauchen die kluge Mitte, das Miteinander und das Mittel der Verständigung und des Dialogs."
Einsatz auf drei Kontinenten
Eterovic wurde 1951 in Pucisca auf der Adriainsel Brac geboren, die damals noch zum sozialistischen Jugoslawien gehörte. Im Jahr 1977 zum Priester geweiht, absolvierte er die vatikanische Diplomatenakademie in Rom. Auslandseinsätze führten ihn ab 1980 nach Westafrika, Spanien und Nicaragua. Danach kehrte er in die Zentrale des vatikanischen Staatssekretariats in Rom zurück. 1999 ernannte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ihn zum Erzbischof und Apostolischen Nuntius in der Ukraine. Ab 2004 war er Generalsekretär der Bischofssynode in Rom, bevor er im September 2013 als Nuntius nach Deutschland wechselte.