So sagte Abt Vigeli Monn vom Kloster Disentis im Kanton Graubünden dem kirchlichen Portal kath.ch am Mittwoch, in den vergangenen Jahrzehnten sei eine Steigerung erbetener Segnungen erkennbar.
Abt Christian Meyer vom zentralschweizerischen Kloster Engelberg berichtet, in seinem Kloster gebe es ein relativ hohes Level an Segnungen: "Junge Menschen kommen gerne mit Rosenkränzen, Armbändern oder Halsketten ins Kloster Engelberg, um sie segnen zu lassen." Oft würden aber auch Fahrräder oder Motorräder gesegnet und es gebe eine offizielle Autosegnung am Osterdienstagabend. Und es gibt ganz spezielle Bitten: "Bei uns in Engelberg sind es auch Ställe, Vieh, Alpen, neue Sportanlagen, Häuser oder umgebaute Hotels, die gesegnet werden", so Abt Christian.
Segen für Wellnessanlage
Abt Vigeli erinnert sich an Baustellen- und Arbeitersegnungen, Bergkreuze, Bauten für den Tourismus, für die Landwirtschaft, Seilbahnen, Maschinen, Fahrzeuge und mehr. "Besonders sind mir aber immer die Segnungen von schwerkranken, behinderten oder sterbenden Menschen in Erinnerung geblieben", sagt der Abt von Disentis. Auch ins Kloster Engelberg kommen die Menschen oft ganz ohne zu segnende Dinge: Junge Menschen, die sich auf Firmung oder Taufe vorbereiten, würden oft einen persönlichen Segen für ihren Weg erbitten, sagt Abt Christian. Außerdem kämen frisch verlobte Paare oder Pilgergruppen mit der Bitte um einen Reisesegen.
Generell könne "fast alles" gesegnet werden, betont er. Denn das lateinische Wort für segnen, "benedicere", bedeute ja: "Gutes sagen." "Etwas gestutzt" habe er bei der Bitte um Segnung einer Wellnessanlage, sagt Abt Christian: "Aber Wellness soll ja dem Menschen auch guttun. Warum soll man da auch nicht das Ganze unter ein gutes Wort stellen? Denn Gott selbst will ja nur das Gute für uns." So seien Segnungen Ausdruck einer "Sehnsucht nach einem Geborgensein des Menschen in jeglicher Situation seines Lebens".