Bistum Regensburg und missio leisten nach Zyklon Hilfe in Madagaskar

Unterstützung für Betroffene

Ein Zyklon hatte im Februar Madagaskar getroffen und große Verwüstung hinterlassen. Nun haben der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und das Hilfswerk missio München die Folgen und die geleistete Hilfe direkt vor Ort gesehen.

Madagaskar, Toamasina: Menschen begutachten die Schäden des Zyklons "Gezani" / © Hery Nirina Rabary/AP (dpa)
Madagaskar, Toamasina: Menschen begutachten die Schäden des Zyklons "Gezani" / © Hery Nirina Rabary/AP ( dpa )

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Chef des Hilfswerks missio München, Wolfgang Huber, sind auf Madagaskar mit Betroffenen des Tropensturms "Gezani" zusammengetroffen. Dieser hatte im Februar verheerende Verwüstungen verursacht, wie missio am Mittwoch mitteilte. Zehntausende Familien seien durch den Zyklon obdachlos geworden, noch immer gebe es zu wenig Nahrungsmittel und Medikamente.

Bischof Rudolf Voderholzer / © Maria Irl (KNA)
Bischof Rudolf Voderholzer / © Maria Irl ( KNA )

Die deutsche Delegation, die noch bis 25. April den Inselstaat vor der afrikanischen Südostküste bereist, bekam auch einen Eindruck vom Wiederaufbau. Das Bistum Regensburg hatte über die missio-Nothilfe 50.000 Euro aus seinem Katastrophenfonds zur Verfügung gestellt. Durch das Geld konnte schnell Hilfe organisiert werden.

Bischof und missio-Chef helfen mit

Laut der Mitteilung halfen Voderholzer und Huber bei ihrem Besuch im Entwicklungszentrum der Erzdiözese Toamasina dabei, Nahrungsmittel an die besonders betroffenen Familien auszugeben. Zudem schnürten sie Hilfspakete, die über die Strukturen der örtlichen Kirche in die schwer zugänglichen Dörfer gebracht werden.

Der Bischof zeigte sich betroffen und beeindruckt zugleich: "Was wir gesehen haben und was uns erzählt worden ist, hat uns tief erschüttert. Die Region wird immer wieder von Zyklonen heimgesucht, aber dieser war außergewöhnlich heftig." Weniger stabil gebaute Häuser seien einfach hinweggefegt worden, auch Tote habe es gegeben.

"In all dem Leid war es heute jedoch eine Freude zu sehen, wie die Menschen sich gegenseitig helfen", so Voderholzer. Ganze Kolonnen von kleinen Lastwagen seien gekommen, um Öl, Reis und Bohnen in die teils noch immer stark verwüsteten Gebiete zu bringen. Diese Tatkraft, dieser Optimismus und die Glaubensfreude der Menschen hätten ihn tief beeindruckt.

Drei Viertel in extremer Armut

Huber betonte, man erlebe, wie unverzichtbar das Netzwerk der Kirche sei – gerade in einem Staat, von dem die Notleidenden keinerlei Hilfe zu erwarten hätten. Drei Viertel der Menschen in Madagaskar lebten in extremer Armut. 

Wolfgang Huber, Präsident von missio München / © Dieter Mayr (KNA)
Wolfgang Huber, Präsident von missio München / © Dieter Mayr ( KNA )

Die Folgen des Klimawandels verschärften die Lage zusätzlich. "Nur gemeinsam können wir etwas bewirken. Es ist ein Netzwerk des Glaubens, das trägt und Hoffnung schenkt", so der missio-Präsident. Die prekäre Situation der Menschen in Madagaskar steht im Mittelpunkt des diesjährigen Monats der Weltmission im Oktober. Der Abschluss der nach eigenen Angaben größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit wird am 25. Oktober im Bistum Regensburg gefeiert.

Madagaskar

Madagaskar im Indischen Ozean ist die viertgrößte Insel der Welt und die größte Afrikas. Auf einer Fläche von 587.000 Quadratkilometern - das entspricht etwa der Fläche Deutschlands und Polens - leben rund 28 Millionen Einwohner. Die meisten von ihnen sprechen Malagasy; die Kolonialsprache Französisch ist zweite Amtssprache.

Menschen auf einer Straße, manche, darunter Frauen, tragen Säcke mit Braunkohle, am 16. Februar 2023 in Ambatolampy (Madagaskar). / © Alexander Brüggemann (KNA)
Menschen auf einer Straße, manche, darunter Frauen, tragen Säcke mit Braunkohle, am 16. Februar 2023 in Ambatolampy (Madagaskar). / © Alexander Brüggemann ( KNA )
Quelle:
KNA