Humanitäre Hilfe erreicht Christendorf im Südlibanon

Von der Außenwelt abgeschnitten

Erleichterung in Debel. Das christliche Dorf im südlibanesischen Kampfgebiet hat erstmals seit Wochen Hilfe erhalten. Ein Hilfskonvoi konnte Nahrung liefern. Der Zugang zu dem Dorf sei jedoch sehr schwierig gewesen.

Symbolbild: Humanitäre Krise im Libanon spitzt sich zu / © Richard Juilliart (shutterstock)
Symbolbild: Humanitäre Krise im Libanon spitzt sich zu / © Richard Juilliart ( shutterstock )

Erstmals seit Wochen hat humanitäre Hilfe das christliche Dorf Debel im Südlibanon erreicht. Das Dorf ist nach Angaben des christlichen Hilfswerks "Oeuvre de l'Orient" vom Dienstag durch den Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah von der Außenwelt abgeschnitten.

Die von dem Hilfswerk in Zusammenarbeit mit Caritas Libanon organisierte Hilfe soll laut Vincent Gelot, Landesdirektor von "Oeuvre de l'Orient", den rund 1.000 Dorfbewohnern zugutekommen. Der Zugang zu dem Dorf sei "sehr schwierig", die Bevölkerung könne den Ort nicht verlassen und brauche Unterstützung. 

Kreuzschändung 

Debel war in den vergangenen Tagen weltweit in die Schlagzeilen geraten. Dort hatte sich am Sonntag ein israelischer Soldat von einem weiteren Soldaten filmen lassen, wie er einer gestürzten Jesusfigur am Kreuz mit einer Axt auf den Kopf schlägt. 

Beide Soldaten wurden laut israelischer Armee aus dem Kampfdienst entfernt und müssen für 30 Tage ins Militärgefängnis. Das Kreuz sei unterdessen in Absprache mit der Gemeinde von der Armee ersetzt worden.

Libanon

Der Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander zahlreicher Religionen. Mit etwa 30 Prozent hat die parlamentarische Demokratie den größten Anteil Christen in der Arabischen Welt. Die Muslime - Sunniten und Schiiten - machen inzwischen wohl mehr als 60 Prozent aus. Offiziell anerkannt sind 18 Religionsgemeinschaften, darunter die Minderheiten der Drusen und Alaviten.

Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva (shutterstock)
Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva ( shutterstock )
Quelle:
KNA