Der Deutsche Caritasverband kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine Äußerung zur gesetzlichen Rente. Merz säge an den Grundfesten des Sozialstaats und am Kernprofil der Union als christliche Volkspartei, wenn er den Eindruck erwecke, die Regierung wolle Kahlschlagsreformen in der Rente beschließen, sagte Caritas-Chefin Eva Welskop-Deffaa am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
"Wer jahrelang einkommensabhängige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, kann im Alter nicht auf eine 'Basisrente' verwiesen werden", so die Präsidentin des katholischen Wohlfahrtsverbands.
Reformen nötig, aber nicht mit der Axt
Natürlich seien Reformen in allen Bereichen der Sozialversicherung möglich und auch nötig. In der Rentenversicherung sei das langfristige Versprechen als Vertrauenskapital aber viel stärker zu gewichten. "Hier mit der Axt unterwegs zu sein, ist kein Ausweis von politischer Handlungsfähigkeit, sondern ein Ausweis von mangelndem Verständnis für die Lebenswirklichkeit der Menschen", sagte Welskop-Deffaa.
Merz hatte am Montag bei einer Rede beim Bankenverband auf eine umfassende Rentenreform im Sommer verwiesen und gesagt, dass die gesetzliche Rentenversicherung allein allenfalls noch "die Basisabsicherung für das Alter" sein werde. Sie werde nicht mehr ausreichen, um auf Dauer den Lebensstandard zu sichern. Kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung müssten in weit größerem Umfang als bisher hinzutreten.