Mit einer Warnung vor den Verlockungen des Reichtums und einem Friedensappell hat Papst Leo XIV. seine Reise durch Angola beendet. Am Montagabend forderte er die Kirche des Landes zum aktiven Einsatz für Frieden und Versöhnung nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs auf. Bei einem Treffen mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Katecheten sagte er in der Hauptstadt Luanda: "Verkündet vor allem in diesen Zeiten beharrlich die Frohe Botschaft des Friedens!"
Er lobte Angolas Kirche dafür, dass sie in den Jahren der 2002 beendeten blutigen Konflikte den Krieg angeprangert und die leidende Bevölkerung unterstützt habe. "Ihr habt ihnen zur Seite gestanden, habt auf- und wiederaufgebaut sowie Wege und Lösungen aufgezeigt, um den bewaffneten Konflikt zu beenden." Diese Aufgabe müsse fortgesetzt werden, da sie noch immer nicht beendet sei.
Gottesdienst unter freiem Himmel
Zuvor hatte Leo XIV. am achten Tag seiner Afrikareise die Menschen in Angelos Bergbau- und Diamantenstadt Saurimo vor den Folgen sozialer Ungerechtigkeit gewarnt. Bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel sagte er vor Zehntausenden Zuhörern: "Wir sehen heute, dass viele Sehnsüchte der Menschen von Gewalttätern zunichtegemacht, von Tyrannen ausgenutzt und vom Reichtum getäuscht werden. Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Besitz einiger weniger."
Die Botschaft von der Auferstehung Jesu legte der Papst in seiner Predigt auch politisch aus. Er betonte: "Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge leugnet die Auferstehung Christi, jenes höchste Geschenk unserer Freiheit. Diese Befreiung vom Bösen und vom Tod geschieht nämlich nicht erst am Ende der Tage, sondern im Alltag." Leo mahnte, den Weg Jesu zu gehen, auch wenn dieser "nicht immer dem entspricht, was uns dringlich erscheint und auch nicht den Moden der Zeit".
"Brüderliche Bande"
Vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Angola (1975-2002) sagte er: "Wir sind aufgerufen, unserem Volk mit einer Hingabe zu dienen, die nach jedem Hinfallen wiederaufrichtet; die wiederaufbaut, was die Gewalt zerstört, und die mit Freude brüderliche Bande knüpft."
Angola ist einer der drei größten Diamantenlieferanten unter den Ländern Afrikas. Im Bürgerkrieg war der Zugang zu Diamanten und Öl entscheidend für die Finanzierung der jeweiligen Bürgerkriegsarmeen. Am Dienstag fliegt der Papst weiter nach Äquatorialguinea, der vierten und letzten Station seiner elftägigen Afrikareise.