Nach knapp zehn Jahren im Amt verabschiedet sich Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Generalvikar des Bistums Trier, aus seiner Leitungsfunktion. Die Entscheidung sei kein spontaner Impuls gewesen. "Ich werde im Sommer 62 und wenn ich bis 70 regulär arbeiten möchte, dann habe ich noch acht Jahre vor mir. Will ich diese acht Jahre Generalvikar bleiben oder noch mal was anderes machen?”, habe er sich gefragt.
Neben diesen persönlichen Gründen hätten auch inhaltliche Gründe eine Rolle gespielt, so etwa die Überzeugung, dass Entwicklungen wie die Digitalisierung frische Impulse brauchen. "Ich bin offen für neue Entwicklungen, wie etwa die Digitalisierung, aber ich glaube auch, dass ein jüngerer Generalvikar besser mit dieser Art von Komplexität umgehen und sie auf ein anderes Niveau heben kann."
Vielfältige Perspektiven
Sein Werdegang als Theologe, Kaplan, Schulpfarrer und Pfarrer hat seinen Blick auf das Leitungsamt geprägt. "Ich habe versucht, die vielfältigen Perspektiven in das Amt einzubringen", betonte er. Doch die Rolle verändere auch den Menschen. "Man wird an manchen Stellen menschlich kühler, um sich nicht gefangen nehmen zu lassen." Die Frage, ob er mit dieser Distanz noch authentisch in der Pastoral wirken könne, sei ein wichtiger Faktor für seinen Entschluss gewesen.
Besonders prägend bleibe für ihn die Bistumssynode. Die intensiven Diskussionen und der gemeinsame Blick auf die Zukunft der Kirche hätten ihn tief beeindruckt. Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt er die Umsetzung der Synodenergebnisse und die Errichtung des Diözesanrates als breites Beratungs- und Beteiligungsgremium.
Eine neue Rolle
Das 2023 eingeführte Modell der Doppelspitze mit Leitendem Direktor bewertet er positiv: "Dank der Entlastung hatte ich die Möglichkeit, zusätzlich als Bischofsvikar im Saarland zu arbeiten, also näher an konkreten Gegebenheiten in den Kirchengemeinden. Das hat mich geerdet." Im Sommer wird von Plettenberg Pfarrer der Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis. Die Wahl sei bewusst getroffen: "Ich finde die Stadt reizvoll und es ist sinnvoll, dass Saarlouis wieder einen Pfarrer bekommt."
Die neue Aufgabe empfindet er keineswegs als Rückschritt: "Ich glaube, als Pfarrer habe ich durchaus gewisse Gestaltungsspielräume und mir liegt es, nahe bei den Menschen zu sein." Die räumliche Distanz zum Bischof werde zwar größer, doch bei dieser Zusammenarbeit bleibe das Vertrauen: "Wir waren ein eingespieltes Team. Das wird sich halten." Privat freut er sich auf etwas mehr Ruhe und dass sich die Work-Life-Balance ein bisschen aufbessert: mit vielleicht etwas Zeit "zum Wandern, Motorradfahren und Lesen”.
Nachfolger im Generalvikariat
Seit dem 15. April 2026 ist Tim Sturm als Generalvikar das "alter ego" (das "zweite Ich") des Bischofs. Er ist "Moderator der Kurie"; zugleich ist er bevollmächtigt für alle Verwaltungsakte, für die nach dem Kirchenrecht "das bischöfliche Spezialmandat erforderlich" ist. Nicht zuletzt ist der Generalvikar "Chef" des Bischöflichen Generalvikariats.
Stellvertreter des Generalvikars sind Monsignore Ottmar Dillenburg, Bereichsleiter Personal im BGV, und Matthias Struth, Bereichsleiter Kinder, Jugend und Bildung im BGV.