"Marsch fürs Leben" demonstriert gegen Abtreibung und Sterbehilfe

In der Kirche nicht unumstritten

Der "Marsch fürs Leben" polarisiert deutschlandweit. So auch in München. Die Positionen der Demonstranten und ihrer Gegner zur Abtreibung sind konträr. In der katholischen Kirche wird der Protest unterschiedlich bewertet.

Archivbild: Abtreibungsgegner demonstrieren mit Heiligenbildern beim "Marsch für das Leben" / © Gordon Welters (KNA)
Archivbild: Abtreibungsgegner demonstrieren mit Heiligenbildern beim "Marsch für das Leben" / © Gordon Welters ( KNA )

Gegner und Befürworter von Abtreibungen treffen am Samstag bei Demonstrationen in der Münchner Innenstadt aufeinander. Zum 6. Münchner "Marsch fürs Leben" haben die Veranstalter laut Kreisverwaltungsreferat 6.000 Teilnehmer angemeldet. Zu Gegendemonstrationen werden etwas mehr als 200 Menschen erwartet.

Einige katholische Bischöfe haben sich in Grußworten mit dem "Marsch fürs Leben" solidarisiert. Unter ihnen sind der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, der Passauer Bischof Stefan Oster, der bisherige Papstbotschafter in Deutschland, Erzbischof Nicola Eterovic, und US-Bischof Robert Barron.

Teil einer internationalen Bewegung

Der Marsch wird vom Münchner Verein "Stimme der Stillen" ausgerichtet, der sich als Teil einer internationalen Bewegung versteht. Nach eigenem Bekunden geht es ihm um "ein öffentliches Zeichen dafür, dass jeder Mensch wertvoll ist – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod". Politisch wendet sich die Veranstaltung unter anderem gegen Abtreibungen und aktive Sterbehilfe.

Kritiker sehen in der Veranstaltung "den größten rechten Aufmarsch in ganz Bayern" – was die Organisatoren als "negatives Zerrbild" zurückweisen. In den vergangenen Jahren klafften die offiziellen Angaben zur Teilnehmerzahl stark auseinander. So war vonseiten der Lebensrechtsbewegung 2025 von 6.000 Teilnehmern die Rede, die Polizei schätzte die Zahl auf etwas über 2.000.

Bewertungsunterschiede

Der "Marsch fürs Leben" wird auch innerhalb der katholischen Kirche unterschiedlich bewertet. In großen Organisationen wie dem Landeskomitee der Katholiken in Bayern hat die Veranstaltung keinen Rückhalt. Gleichwohl wird auch dort die Grundposition geteilt, dass menschliches Leben vom Anfang bis zum Ende geschützt werden müsse.

Als ein Hauptredner auf dem Königsplatz ist in diesem Jahr Mathias von Gersdorff angekündigt. Der Politaktivist bezeichnet sich als "christlich-konservativ" und firmiert unter anderem als Vorsitzender der "Deutschen Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum". Diese Gesellschaft katholischer Laien stehe heute "mit Tausenden von aktiven Mitgliedern, Freiwilligen und Spendern an vorderster Front des Kulturkampfes" um eine Wiederherstellung der "christlichen Zivilisation".

Marsch für das Leben

Der "Marsch für das Leben" findet seit Jahren in ca. 20 Hauptstädten der ganzen Welt statt. Er wird vom Papst, diversen Bischöfen und Bundestagsabgeordneten unterstützt. 

Marsch für das Leben 2023 in Köln / © Johannes Schröer (DR)
Marsch für das Leben 2023 in Köln / © Johannes Schröer ( DR )
Quelle:
KNA