Tobias Hopmann wird neuer Generalvikar im Erzbistum Köln

Ein "alter" Bekannter am Dom

Das Erzbistum Köln bekommt einen neuen Generalvikar. Tobias Hopmann, bisher leitender Pfarrer in der Pastoralen Einheit Euskirchen, übernimmt ab 1. Juni das Amt von Guido Assmann. Am Kölner Dom ist er für viele kein Unbekannter.

Tobias Hopmann wird neuer Generalvikar im Erzbistum Köln / © Kurt Steinhausen (Erzbistum Köln)
Tobias Hopmann wird neuer Generalvikar im Erzbistum Köln / © Kurt Steinhausen ( Erzbistum Köln )

Tobias Hopmann hat ein Gesicht, das vielen Kölnern sicher gut bekannt ist – sei es aus dem Karneval oder aus dem Kölner Dom. Diese zwei Stationen haben ihn geprägt, bevor er zum leitenden Pfarrer in Euskirchen berufen wurde. Von 2012 bis 2021 diente er als Domvikar an der Kathedrale und war damit an allen großen Liturgien in Planung und Umsetzung maßgeblich beteiligt.

Erfahrungen zwischen Dom und Karneval

2021 ist er als leitender Pfarrer nach Euskirchen gewechselt und trägt dort die Verantwortung für 22 Kirchen in 16 Gemeinden mit fast 30.000 Gläubigen. Auch wenn die Arbeit am Dom vielleicht mehr im Rampenlicht stand, so sei die Herausforderung in der Leitung einer solchen pastoralen Einheit noch mal eine ganz andere Herausforderung, wie Hopmann zwei Jahre nach Amtsantritt im Interview berichtete. In einem so großen Team komme es viel mehr darauf an, viele unterschiedliche Menschen in Leitungsverantwortung zu holen und zu begleiten. "Es ist eben schon lange nicht mehr so, wie ich es in meiner Kindheit noch erlebt habe, als der Pfarrer für alles zuständig und das alleinige Gesicht der Gemeinde war, die Aufgaben aber damals vielleicht auch nicht so komplex waren." Leitungsarbeit sei deshalb für ihn alles andere als ein reiner Bürojob.

Als Generalvikar des Erzbischofs von Köln folgt für ihn nun der Schritt auf die nächste Verantwortungsebene – aus Euskirchen wieder zurück nach Köln.

An beiden Orten ist der Karneval eine seiner großen Leidenschaften. So nimmt er als Regimentspfarrer der Kölner Karnevalsgesellschaft Jan von Werth jedes Jahr am Rosenmontagszug teil.

Pfarrer Tobias Hopmann ist als Feldkaplan beim Reiter-Korps Jan von Werth ganz in seinem Element. (privat)
Pfarrer Tobias Hopmann ist als Feldkaplan beim Reiter-Korps Jan von Werth ganz in seinem Element. / ( privat )

Das wahrhaft Begeisternde für ihn sei dabei aber nicht der große Rummel, sondern die kleinen Begegnungen von Mensch zu Mensch am Rande des Zuges, wie er im DOMRADIO.DE-Gespräch erzählt. 

Ein ungewöhnlicher Berufungsweg

Priester zu werden, war dabei allerdings nie der Plan, gibt er offen zu. Zuerst absolvierte Hopmann eine Lehre zum Bankkaufmann und begann danach ein Lehramtsstudium. Doch er geht noch weiter: "Von alleine wäre ich nie darauf gekommen, Priester zu werden." Deshalb sei er all den Menschen dankbar, die ihn immer wieder darauf angesprochen haben, ob ein Weg in die Seelsorge nicht doch etwas für ihn sei. 

"Wenn so viele das in mir sehen, muss da ja was dran sein", sagt er und meldete sich schließlich im Bonner Collegium Albertinum. Heute sagt er: "Priester zu sein ist für mich der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann."


Von Bonn nach Neuss nach Köln

Nach ersten Jahren als Kaplan im Seelsorgebereich "Neusser Süden" kam er 2012 an den Kölner Dom, wo er als Domvikar vor allem für die Liturgie in der Kathedralkirche sowie für die Seelsorge in der Dommusik und an der angeschlossenen Domsingschule verantwortlich war. Gleichzeitig wirkte er als Schulseelsorger an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule, als Subregens am Priesterseminar und als Dozent für Liturgie.

Ein letztes Mal verliest Domzeremoniar Tobias Hopmann das Proclamandum. / © Beatrice Tomasetti (DR)
Ein letztes Mal verliest Domzeremoniar Tobias Hopmann das Proclamandum. / © Beatrice Tomasetti ( DR )
Tobias Hopmann im Kölner Dom

Seit 2021 leitet Hopmann die Pastorale Einheit Euskirchen. Auch dort ist er Mitglied des örtlichen Karnevalsvereins – selbstverständlich.

Ein Vorbild mit Schwächen

Hopmann hat übrigens auch eine Lieblingsfigur in der Bibel: den heiligen Petrus. Der ist auch Patron des Kölner Doms. In seiner Zeit als Domvikar sei Hopmann noch einmal ganz anders bewusst geworden, was in diesem Heiligen steckt. "Man denkt immer, Petrus ist stark und hat keine Schwächen – der Fels. Die Wahrheit ist aber eine andere."

Beim Abendmahl stand er voller Überzeugung zu Jesus, doch bis zum Morgengrauen verleugnete er ihn dreimal. "Er hat Fehler, er sündigt, also müssen auch wir nicht perfekter sein als Petrus", sagte Hopmann 2025 im DOMRADIO.DE-Gespräch zum Tagesevangelium. "Worauf es aber ankommt, ist die Liebe zu Christus. Wenn wir die leben, können wir auch Fehler machen und schwach sein."

Quelle:
DR

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