Papst würdigt Sport vor Olympia-Athleten als Zeichen gegen Hass

"Die Logik der Begegnung"

Sein Leben lang hat der heutige Papst Sport getrieben, kennt Baseballstadien, Fußball- und Tennisplätze als Fan und aktiver Spieler. Nun empfing er Teilnehmende der Olympischen und Paralympischen Winterspiele.

Papst Leo XIV. empfängt Athletinnen und Athleten der Olympischen und Paralympischen Winterspiele von Milano-Cortina 2026 / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Athletinnen und Athleten der Olympischen und Paralympischen Winterspiele von Milano-Cortina 2026 / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat Athleten der Olympischen und Paralympischen Winterspiele für ihr Vorbild an Menschlichkeit und Frieden gedankt. 

"In der heutigen Zeit, die so sehr von Polarisierung, Rivalitäten und Konflikten geprägt ist, die in verheerende Kriege münden, gewinnt Ihr Engagement noch mehr an Bedeutung", sagte er am Donnerstag vor Teilnehmenden und Funktionären der Spiele im norditalienischen Mailand und Cortina d'Ampezza vom Februar und März 2026.

Menschen machen Fotos vor den Ringen der Olympischen Winterspiele und Paralympics in Cortina D'Ampezzo / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Menschen machen Fotos vor den Ringen der Olympischen Winterspiele und Paralympics in Cortina D'Ampezzo / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

Sport sei "nicht eine Machtdemonstration, sondern ein Akt der zwischenmenschlichen Beziehungen", so der Papst bei der Audienz vor italienischen Sportlern und Sportlerinnen mit und ohne Behinderung.

Mit Blick auf den "Olympischen Frieden", der in der Antike traditionell während der Spiele galt, sagte er: "Sie haben mit Ihrer Anwesenheit diese Möglichkeit des Friedens als eine alles andere als rhetorische Prophezeiung sichtbar gemacht: die Logik der Gewalt zu durchbrechen, um die Logik der Begegnung zu fördern."

Athleten inspirieren viele Menschen

Das Miteinander der Athleten zeige, "dass wir Wettkämpfe bestreiten können, ohne einander zu hassen. Dass wir gewinnen können, ohne zu demütigen", so Leo XIV.

Sport erzähle Geschichten von Opferbereitschaft, Disziplin und Beharrlichkeit. Insbesondere die Paralympischen Wettkämpfe hätten gezeigt, dass Einschränkungen einen Menschen nicht zwingend behinderten, sondern ihn verwandeln und sogar zu neu entdeckten Qualitäten führen könnten, lobte Leo. "Ihr Athleten seid zu Lebensgeschichten geworden, die so viele Menschen inspirieren."

Doping, Profitgier, Starkult im Sport

Zugleich verwies er auf Versuchungen des Sports wie Doping zur Leistungssteigerung, Profitgier, die den Sport zum Markt und den Athleten zum Star mache und ihn auf Zahlen reduziere. Doch wenn Sport vorbildlich gelebt werde, könne er zum Laboratorium der versöhnten Menschlichkeit werden, hob Leo XIV. hervor.

Bei der Audienz sprachen die Präsidenten des Italienischen Nationalen Olympischen Komitees, Luciano Buonfiglio, und des Italienischen Paralympischen Komitees, Marco Giunio De Sanctis, Dankesworte an den Papst. Für Leo XIV. standen an diesem Vormittag zahlreiche weitere Audienzen auf dem Programm. Unter anderem empfing er seinen kürzlich neu ernannten Botschafter in den USA, Erzbischof Gabriele Giordano Caccia, und den früheren Chefstrategen von US-Präsident Barack Obama, David Axelrod.

Sport- und Olympiaseelsorge

Die deutsche Olympiamannschaft wird seit mehr als 50 Jahren bei Sommer- und Winterspielen von einem ökumenischen Seelsorgerteam begleitet. Ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher bieten den Athleten, Trainern und Betreuern Gesprächsmöglichkeiten und Gottesdienstbesuche an. Auch bei den Paralympischen Spielen stellen die beiden großen Kirchen ein Seelsorgerteam, das den Sportlern mit Behinderung zur Seite steht. Bei den Universiaden, den Weltsportspielen der Studenten, reisen meist ebenfalls Seelsorger mit.

Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt (dpa)
Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt ( dpa )
Quelle:
KNA