Karfreitag ist in Verbindung mit Ostern, wenn die Auferstehung Jesu gefeiert wird, ein zentraler kirchlicher Feier- und Gedenktag. Für evangelische Christen hat der Karfreitag eine besonders große Bedeutung. Er ist zudem ein sogenannter stiller Feiertag.
"Stiller Feiertag" mit Tanzverbot
In vielen Gemeinden schweigen die Kirchenglocken. Taufen oder Trauungen finden nicht statt. Öffentliche Sportveranstaltungen, Jahrmärkte, Musik- und Tanzveranstaltungen fallen am Karfreitag aus. Auch Kinos und Theater müssen ihr Programm dem stillen Charakter des Tages anpassen, wie es in den Feiertagsgesetzen der Bundesländer heißt. Darüber gibt es gesellschaftliche Diskussionen, weil insbesondere nichtgläubige Menschen sich in ihren Grundrechten eingeschränkt fühlen.
Am Nachmittag um 15 Uhr - zur Stunde der Kreuzigung - findet ein in dieser Art einmaliger Wortgottesdienst statt. Im Mittelpunkt steht die Leidensgeschichte Jesu.
Kreuzweg als bildliche Darstellung
Viele Gemeinden erinnern daran auch mit einem Kreuzweg. Das ist ein Wallfahrtsweg, bei dem die Beter den einzelnen Stationen des Weges Jesu von der Verurteilung bis zum Tod am Kreuz folgen.
Die Päpste beten seit einigen Jahren am Karfreitag am antiken römischen Kolosseum den Kreuzweg. Im vergangenen Jahr musste sich Franziskus aus gesundheitlichen Gründen vertreten lassen. Wenige Tage später, am Ostermontag 2025, starb er. In diesem Jahr wird Leo XIV. erstmals als Papst am Kolosseum erwartet.