Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ruft zum Karfreitag dazu auf, sich wieder neu an der Menschenwürde zu orientieren.
"Nicht Macht, Profit oder Stärke dürfen den Weg bestimmen, sondern der Mensch selbst – als Ebenbild Gottes", erklärte der Bischof am Mittwoch. Das sei besonders wichtig in einer Welt voller politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche. Am Freitag plant Overbeck, den traditionellen Kreuzweg auf der Bottroper Heide Haniel zu beten.
Overbeck betonte weiter, Probleme könnten angesichts von Kriegen und Unsicherheiten nicht einfach ausgesessen werden. Vielmehr würden offene Zeitpläne, wechselnde Szenarien und schmerzhafte Anpassungsprozesse zu dauerhaften Begleitern. Die Gesellschaft brauche dabei einen klaren Kompass: "Wahrheit zeigt sich in Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und dem Einsatz für Frieden, Demokratie und das Gemeinwohl."
Gemeinschaft im Ruhrgebiet
Kraftspendende Hoffnung entstehe dort, wo Menschen einander vertrauten, Verantwortung übernähmen und Veränderungen so gestalteten, dass niemand seine Würde verliere. Das Ruhrgebiet biete dafür gute Voraussetzungen: "Die Menschen hier sind eine Gemeinschaft, die im Wohl und Wehe aufeinander angewiesen ist, Solidarität und Subsidiarität pflegt – und gemeinsam lebt."