Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger und die badische Landesbischöfin Heike Springhart äußern ihre tiefe Sorge über die anhaltende Gewalt im Nahen Osten. In einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme sehen sie eine "besondere Verantwortung der Kirchen in Deutschland, über das Leid im Nahen Osten nicht zu schweigen".
Es gelte, den Blick über die eigenen Herausforderungen hinaus auf die existenzielle Not der Menschen in der Region zu richten. "Das Gebot der christlichen Nächstenliebe lässt uns nicht ruhen, solange Zivilisten – ob in Gaza, Israel oder der Westbank – schutzlos Gewalt und Vertreibung ausgesetzt sind."
Verzweiflung und Aussichtslosigkeit
Das christliche Ostern und das jüdische Pessach seien Feste der Freiheit. "Dass so viele Menschen in Israel, den palästinensischen Gebieten, aber auch im Libanon und im Iran diese Tage in Angst um ihr Leben verbringen müssen, ist ein Skandal unserer Zeit", betonten der Erzbischof und die Landesbischöfin.
"Seit Wochen höre ich immer wieder von der Verzweiflung und dem Gefühl der Aussichtslosigkeit von Gesprächspartnern im Westjordanland, insbesondere aus den Gemeinden der evangelischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land. Ich bin über die Eskalation der Gewalt im Schatten des Krieges entsetzt", erklärte Springhart und betonte: "Das muss enden!" Beide Geistlichen kritisierten zudem das neue umstrittene Gesetz zur Todesstrafe in Israel, das vor allem Palästinenser im Westjordanland betreffe.