Arabische Länder verurteilen Bruch von Religionsfreiheit in Jerusalem

"Verstoß gegen Status quo"

Mehrere arabische Länder haben ihre Stimme für die religiösen Rechte von Muslimen und Christen in Jerusalem erhoben. Israel verletze durch Zugangsverbote die Religionsfreiheit in besetztem Gebiet. Die Welt müsse handeln.

Ordensfrauen in Jerusalem / © Andrea Krogmann (KNA)
Ordensfrauen in Jerusalem / © Andrea Krogmann ( KNA )

Mehrere islamische Länder sehen die Religionsfreiheit von Muslimen und Christen in Jerusalem verletzt. 

Israels anhaltende Maßnahmen im Zuge des derzeitigen Krieges seien ein Versuch, "den historischen und rechtlichen Status quo an muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem zu verändern", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Jordaniens, Indonesiens, Katars, Ägyptens sowie der Vereinigten Arabischen Emirate. 

Sie wurde am Montagabend veröffentlicht. Konkret verurteilten sie die Verhinderung des Zugangs zu heiligen Stätten wie der Al-Aksa-Moschee und der Grabeskirche.

"Verstoß gegen Status quo"

Die anhaltenden Einschränkungen, die Israel der Religionsfreiheit von Muslimen und Christen im besetzten Jerusalem auferlege, seien ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht sowie gegen den Status quo.

Die heiligen Stätten Jerusalems und das Recht auf freien Zugang müssten respektiert werden. Als Besatzungsmacht verfüge Israel über keine Souveränität über Jerusalem.

Menschenleerer Tempelberg / © Andrea Krogmann (KNA)
Menschenleerer Tempelberg / © Andrea Krogmann ( KNA )

Konkret kritisierten die Außenminister, dass Israel Muslimen seit über 30 Tagen den Zugang zum Tempelberg (arabisch Haram al-Scharif) verweigere, auch während des islamischen Fastenmonats Ramadan. Sie wenden sich aber auch gegen die Einschränkungen für Christen bei ihren religiösen Feiern zu Ostern, darunter die Zugangsverweigerung für ranghohe Kirchenführer zum Palmsonntagsgottesdienst in der Grabeskirche. Israels "eskalierende Maßnahmen" gefährdeten den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit.

Aufruf zu internationalem Druck

Israel forderten sie auf, unverzüglich die Zugangsbeschränkungen zur Jerusalemer Altstadt einschließlich der heiligen Stätten aufzuheben.

Die internationale Gemeinschaft müsse Israel durch eine entschiedene Haltung dazu zwingen, seine anhaltenden Verstöße gegen die Unantastbarkeit der islamischen und christlichen Heiligtümer einzustellen.

Israel beansprucht Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt unter israelischer Souveränität, während der völkerrechtliche Status der Stadt international als ungeklärt gilt. Zahlreiche Staaten, darunter Deutschland, erkennen die israelische Souveränität über den Osten der Stadt nicht an.

Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreut die römisch-katholischen Christen im Heiligen Land. Seine Jurisdiktion erstreckt sich über das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern und die Palästinensischen Gebiete. Die Ursprünge des Patriarchats liegen in der Zeit der Kreuzfahrer, die sich als "Lateiner" bezeichneten. Es erlosch jedoch mit dem Fall Akkos 1291. Im Jahr 1847 belebte Papst Pius IX. das Patriarchat neu.

Blick auf Jerusalem / © Kyrylo Glivin (shutterstock)
Quelle:
KNA