Bischof Wilmer fällt Abschied aus Hildesheim schwer

"Entscheidung nicht leicht gemacht"

Der Abschied von Bischof Wilmer schmerzt viele Katholiken im Bistum Hildesheim. In einem Brief wirbt er um Verständnis für seinen Wechsel nach Münster. Zudem erklärt er, warum er sich dem Ruf des Papstes nicht entziehen konnte.

Bischof Heiner Wilmer / © Michael Althaus (KNA)
Bischof Heiner Wilmer / © Michael Althaus ( KNA )

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat sich mit einem persönlichen Brief an die Katholiken seines Bistums gewandt und um Verständnis für seinen bevorstehenden Wechsel nach Münster gebeten.

In dem Schreiben, das am Sonntag in allen Pfarreien des Bistums Hildesheim verlesen werden sollte, betont der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ihm falle der Abschied alles andere als leicht. Er sei gern Bischof von Hildesheim gewesen und habe bei zahlreichen Begegnungen eine enge Verbundenheit mit den Menschen gespürt. Viele Reaktionen aus dem Bistum hätten ihn zudem in seiner bisherigen Arbeit bestärkt, so Wilmer in dem Brief, der der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt.

Der 64-Jährige, der seit 2018 an der Spitze des Bistums Hildesheim steht und Ende Februar zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden war, wurde am Donnerstag von Papst Leo XIV. zum neuen Bischof von Münster ernannt. Seine Amtseinführung soll am 21. Juni stattfinden. Bis dahin bleibt er Bischof von Hildesheim.

Papst Leo XIV. empfängt Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim, am 13. November 2025 im Vatikan (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim, am 13. November 2025 im Vatikan / ( KNA )

"Habe mir Entscheidung nicht leicht gemacht"

"Ich kann gut nachvollziehen, wenn viele nun traurig, vielleicht auch enttäuscht sind, wenn ich das Bistum verlasse", schreibt Wilmer und betont: "Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht." Papst Leo und alle Verantwortlichen hätten seine Wahl im Wissen um seine Situation getroffen. "In diesem Ruf liegt ein Ernst, dem ich nicht ausweichen kann."

Mit Blick auf die Zukunft äußerte sich der scheidende Bischof zuversichtlich. Das Bistum Hildesheim sei trotz aller unvermeidlichen Veränderungen gut aufgestellt. Er verwies auf das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher sowie auf kompetente hauptamtliche Mitarbeiter in Gemeinden, Schulen, Caritas und Verwaltung. Auch die neu aufgestellten diözesanen Gremien seien stark besetzt. Die Übergangszeit und die Wahl eines neuen Bischofs werde das Domkapitel in guter Weise organisieren und gestalten.

Bistum Münster

Mit rund 1,59 Millionen Katholikinnen und Katholiken ist das Bistum Münster die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland. Aber auch hier hat die Kirche mit schwindenden Mitgliederzahlen und den Folgen daraus zu kämpfen. Zwar rechnet das Bistum für das laufende Jahr mit Kirchensteuereinnahmen von rund 454,7 Millionen Euro. Die "Kirchensteuerkraft" – also das, was sich die Diözese mit dem Geld leisten kann – lässt aber stark nach: Bis 2060 soll sie sich im Vergleich zu 2017 halbiert haben.

Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke (KNA)
Sankt-Paulus-Dom in Münster. / © Jörg Loeffke ( KNA )
Quelle:
KNA