Der Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Volker Andres, sieht die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen durch ein Social-Media-Verbot gefährdet.
"Die Lebensrealität der jungen Menschen findet auch im digitalen Raum statt. Durch die diskutierten Beschränkungen würde man ihnen die gesellschaftliche Teilhabe in diesem Bereich verwehren", sagte Andres dem christlichen Magazin "Herder-Korrespondenz" (April-Ausgabe).
Die Debatte sei leider stark auf ein Verbot zugespitzt. Ein pauschales Verbot als erster Schritt könne keine Lösung sein, sagte Andres weiter. Die Regierungsparteien SPD und CDU hatten sich in der aktuellen Diskussion um ein mögliches Social-Media-Verbot für eine Altersgrenze bis 14 Jahre ausgesprochen.
Statt eines Verbotes brauche es deutlich mehr Bildungs- und Beratungsangebote, sagte Andres. "Junge Menschen dürfen nicht pauschal ausgeschlossen werden."
Junge Menschen sollen mitentscheiden dürfen
Wichtig sei eine Debatte über die Regulierung von Plattformen. Die digitalen Räume müssten für Kinder und Jugendliche sicher gestaltet werden. Andres forderte eine Mitsprache junger Menschen bei der Entscheidung über mögliche Nutzungseinschränkungen und Schutzmechanismen. Das sei bislang nicht der Fall.
"Stattdessen wird die Debatte wieder über sie geführt, anstatt mit ihnen zu reden und sie selbst nach ihren Bedürfnissen zu fragen", sagte er.
Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Andres, der 1989 geboren wurde, ist seit 2025 Bundesvorsitzender der katholischen Jugend.