Papst Leo XIV. hat vor einer Kommerzialisierung von Organspenden gewarnt. Es gelte, stets gerechte und transparente Kriterien für Transplantationen zu gewährleisten, so das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit Transplantationsmedizinern am Donnerstag im Vatikan.
Angesichts der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei menschlichen Organen appellierte Leo XIV. an die Forschung, wirksamere Lösungen zu entwickeln, um den Bedarf zu decken. Allerdings müsse dieses Engagement "stets mit verantwortungsbewusstem Nachdenken einhergehen", damit der wissenschaftliche Fortschritt auf das ganzheitliche Wohl des Menschen und die Achtung seiner Würde ausgerichtet bleibt".
Transplantation von Tierorganen
Die Transplantationsmediziner betrachten jedoch das Töten und genetische Manipulieren von Tieren zugunsten des Überlebens von Menschen als ethisches Problem. Weiter sehen sie Infektionsrisiken sowohl für den Patienten als auch für die Allgemeinheit durch das Überspringen tierischer Krankheitserreger auf Menschen.
Vor 70 Jahren fand die erste Organspende in Italien statt. Nach seinem Krebstod spendete der 2009 seliggesprochene Priester Carlo Gnocchi seine Hornhaut an zwei blinde Jugendliche. Der Fall löste eine breite Debatte im Land aus, die schließlich zur gesetzlichen Regelung von Organspenden in Italien beitrug.