Papst sieht hierarchische Ordnung der Kirche nicht menschengemacht

"Göttliche Stiftung"

Die Ordnung der Kirche mit ihren Weiheämtern zu erklären, ist nicht einfach. Papst Leo XIV. hat jetzt darauf verwiesen, dass diese Hierarchie nicht menschengemacht sei. Dabei hat er das Zweite Vatikanische Konzil zitiert.

Generalaudienz mit Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Generalaudienz mit Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat den hierarchischen Aufbau der katholischen Kirche erläutert. Jesus Christus habe seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet, sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. 

Generalaudienz mit Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia/AP (dpa)
Generalaudienz mit Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia/AP ( dpa )

Die hierarchische Verfassung der Kirche sei daher nicht Menschenwerk, sondern göttliche Stiftung, um den Auftrag der Verkündigung, den Christus den Aposteln anvertraut habe, bis ans Ende der Zeiten fortzuführen.

"Dies geschieht durch das hierarchische Priestertum, das sich vom gemeinsamen Priestertum der Gläubigen unterscheidet", sagte er unter Verweis auf ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Dessen Beschlüsse sind seit einigen Wochen Thema seiner Ansprachen bei den wöchentlichen Generalaudienzen.

Drei Stufen des Weihesakraments

Diese "heilige Vollmacht" entfalte sich über die drei Stufen des Weihesakraments: das Bischofsamt, das Priestertum und den Diakonat.

Prostratio, das Niederwerfen beispielsweise bei der Priesterweihe / © Matthias Greve (KNA)
Prostratio, das Niederwerfen beispielsweise bei der Priesterweihe / © Matthias Greve ( KNA )

"Mit dem Adjektiv 'hierarchisch' möchte das Konzil daher den heiligen Ursprung des apostolischen Dienstes im Wirken Jesu, des Guten Hirten, sowie seine inneren Zusammenhänge aufzeigen", sagte Leo XIV. mit Blick auf die Dogmatische Konstitution "Lumen gentium" des Zweiten Vatikanums. 

Kapitel 3 befasst sich mit der hierarchischen Verfassung der Kirche und insbesondere mit dem Bischofsamt. Dieses Amt, das Christus den Hirten seines Volkes anvertraut habe, sei ein "wahrer Dienst" und in erster Linie mit Aufgaben verbunden, unterstrich der Papst.

Appelle für Frieden und Schutz des Lebens

Nach seiner Katechese erinnerte er an den in Polen begangenen "Tag der Heiligkeit des Lebens" mit Initiativen zum Schutz ungeborener Kinder. "In einer Zeit, die vom Wahnsinn des Krieges geprägt ist, ist es wichtig, das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende zu verteidigen."

Bereits am Dienstagabend hatte der Papst mit Blick auf die internationale Lage Frieden und Dialog angemahnt. Es gelte, "für den Frieden zu arbeiten, aber nicht mit Waffen", so der Papst vor Journalisten in Castel Gandolfo. 

Er sei besorgt darüber, dass in der Welt der Hass zunehme, die Gewalt immer schlimmer werde und viele Tote zu verzeichnen seien. "Wir wollen für den Frieden beten", so Leo XIV. vor seiner Rückkehr nach Rom. "Ich fordere alle Verantwortlichen auf, wirklich im Dialog zu arbeiten, um die Probleme zu lösen."

Generalaudienz des Papstes

Jeden Mittwoch findet – zumeist vormittags um 10:00 Uhr – eine sogenannte Generalaudienz (Mittwochaudienz) des Papstes auf dem Petersplatz vor dem Petersdom statt. In den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter findet sie in der Vatikanischen Audienzhalle statt. Während der Corona-Pandemie wurde sie aus der Bibliothek gestreamt.

Papst Leo XIV. winkt, als er zu seiner ersten wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Gregorio Borgia (dpa)
Papst Leo XIV. winkt, als er zu seiner ersten wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Gregorio Borgia ( dpa )
Quelle:
KNA