Am Dienstag, dem 24. März, haben russische Drohnen die Stadt Lwiw im Westen der Ukraine attackiert. Getroffen wurden ein Kloster, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, sowie ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe einer Kirche. Beide Kirchen wurden dabei ebenfalls beschädigt. Wolodymyr Hruza, Weihbischof in Lwiw, schildert seine Eindrücke gegenüber DOMRADIO.DE.
Die Schäden an den Kirchengebäuden selbst halten sich nach Hruzas Einschätzung in Grenzen: An der Heilige-Andreas-Kirche wurden vor allem Glasfenster zerstört, der Glockenturm beschädigt und der gesamte Bereich durch das Löschwasser der Feuerwehr durchnässt. Eine andere Kirche sei ähnlich davongekommen, ein an die Kirche angrenzende Wohnhaus hingegen nach ersten Schätzungen nicht mehr bewohnbar. Eine Kommission soll nun das volle Ausmaß der Zerstörung feststellen und über mögliche Renovierungsmaßnahmen entscheiden. Auch wenn Hruza betont, dass es zunächst vor allem darum gehe, die Gebäude zu sichern und weitere Schäden zu verhindern.
Wieder im Fokus des Kriegsgeschehens
Für Hruza wiegt der Angriff jedoch vor allem menschlich schwer. "Es geht nicht um die Kirche als Gebäude – es geht um die Menschen, die dort hätten sein können", sagt der Weihbischof. Der Angriff habe sich erstmals tagsüber mitten in der Innenstadt von Lwiw ereignet, wo normalerweise viele Menschen unterwegs seien. Dass keine Todesopfer zu beklagen sind, sei ein Glück, auch wenn es Verletzte gab. Der Vorfall mache deutlich, was Hruza mit knappen Worten zusammenfasst: "Es gibt keinen sicheren Ort mehr hier in Lwiw."
Mit Blick auf die Lage in der gesamten Ukraine richtet Hruza einen klaren Appell an die Öffentlichkeit: Er danke für alle Gebete und bitte darum, weiterhin auf der Seite der Wahrheit zu stehen, auch gegen Propaganda. "Die Wahrheit ist klar. Man muss nur zu ihr stehen", so der Weihbischof. Lwiw, das bislang als vergleichsweise sicher galt, ist mit diesem Angriff erneut in den Fokus des Kriegsgeschehens gerückt.