Russische Drohnen beschädigen Kirchen in Lwiw

"Es gibt keinen sicheren Ort mehr"

Russische Drohnen haben am Dienstag ein Kloster des UNESCO-Weltkulturerbes und ein Wohnhaus in Lwiw getroffen und dabei zwei Kirchen beschädigt. Weihbischof Wolodymyr Hruza mahnt, es gehe nicht um Steine, sondern um Menschen.

Autor/in:
Arne Conrad
Nach dem russischen Drohnenangriff steigen Feuer und Rauch über dem Stadtzentrum auf / © Mykola Tys/AP (dpa)
Nach dem russischen Drohnenangriff steigen Feuer und Rauch über dem Stadtzentrum auf / © Mykola Tys/AP ( dpa )

Am Dienstag, dem 24. März, haben russische Drohnen die Stadt Lwiw im Westen der Ukraine attackiert. Getroffen wurden ein Kloster, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, sowie ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe einer Kirche. Beide Kirchen wurden dabei ebenfalls beschädigt. Wolodymyr Hruza, Weihbischof in Lwiw, schildert seine Eindrücke gegenüber DOMRADIO.DE.

Weihbischof Wolodymyr Hruza (privat)
Weihbischof Wolodymyr Hruza / ( privat )

Die Schäden an den Kirchengebäuden selbst halten sich nach Hruzas Einschätzung in Grenzen: An der Heilige-Andreas-Kirche wurden vor allem Glasfenster zerstört, der Glockenturm beschädigt und der gesamte Bereich durch das Löschwasser der Feuerwehr durchnässt. Eine andere Kirche sei ähnlich davongekommen, ein an die Kirche angrenzende Wohnhaus hingegen nach ersten Schätzungen nicht mehr bewohnbar. Eine Kommission soll nun das volle Ausmaß der Zerstörung feststellen und über mögliche Renovierungsmaßnahmen entscheiden. Auch wenn Hruza betont, dass es zunächst vor allem darum gehe, die Gebäude zu sichern und weitere Schäden zu verhindern.

Wieder im Fokus des Kriegsgeschehens

Für Hruza wiegt der Angriff jedoch vor allem menschlich schwer. "Es geht nicht um die Kirche als Gebäude – es geht um die Menschen, die dort hätten sein können", sagt der Weihbischof. Der Angriff habe sich erstmals tagsüber mitten in der Innenstadt von Lwiw ereignet, wo normalerweise viele Menschen unterwegs seien. Dass keine Todesopfer zu beklagen sind, sei ein Glück, auch wenn es Verletzte gab. Der Vorfall mache deutlich, was Hruza mit knappen Worten zusammenfasst: "Es gibt keinen sicheren Ort mehr hier in Lwiw."

Feuerwehrleute löschen ein Feuer im Stadtzentrum nach einem russischen Drohnenangriff / © Mykola Tys/AP (dpa)
Feuerwehrleute löschen ein Feuer im Stadtzentrum nach einem russischen Drohnenangriff / © Mykola Tys/AP ( dpa )

Mit Blick auf die Lage in der gesamten Ukraine richtet Hruza einen klaren Appell an die Öffentlichkeit: Er danke für alle Gebete und bitte darum, weiterhin auf der Seite der Wahrheit zu stehen, auch gegen Propaganda. "Die Wahrheit ist klar. Man muss nur zu ihr stehen", so der Weihbischof. Lwiw, das bislang als vergleichsweise sicher galt, ist mit diesem Angriff erneut in den Fokus des Kriegsgeschehens gerückt.

Kardinal Woelki ruft zu Frieden in der Ukraine auf

Angesichts der Gespräche über den Ukraine-Krieg in Berlin ruft der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zu weiteren Friedensbemühungen auf. "Wir stehen solidarisch an der Seite der Menschen in der Ukraine - ohne Wenn und Aber", erklärte der Erzbischof am Montag in Köln. "Die aktuellen Verhandlungen in Berlin begleiten wir mit unserem Gebet, damit Weihnachten auch heute Realität werden kann: Friede den Menschen hier auf Erden und Frieden all den Menschen, die guten Willens sind."

 © Beatrice Tomasetti (DR)
© Beatrice Tomasetti ( DR )
Quelle:
DR

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!