Caritas prognostiziert weniger Seelsorge in nichtkirchlichen Kliniken

Kein Bürokratieabbau

Der Bundesrat befasst sich am Freitag mit der Krankenhausreform. Die katholische Kirche muss sich als Klinikträger auf einem immer härteren Markt im Wettbewerb behaupten. Welche Konsequenzen könnte sie daraus ziehen?

Ärztin geht einen Krankenhausflur entlang (shutterstock)
Ärztin geht einen Krankenhausflur entlang / ( shutterstock )

Die Caritas im Bistum Trier hält Einschränkungen bei der Klinikseelsorge in nicht-kirchlichen Krankenhäusern offensichtlich für denkbar. Hintergrund sind der zunehmende Wettbewerbsdruck in dem Sektor sowie schrumpfende Personalressourcen. "Perspektivisch wird innerhalb unserer Kirche zu diskutieren sein, ob wir Klinikseelsorge als einen besonderen Mehrwert eines katholischen Hauses betrachten", sagte der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Trier, Domkapitular Benedikt Welter, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Er spielte damit auf innerkirchliche Debatten an, die Klinikseelsorge auf katholische Häuser zu konzentrieren. "Das wird sehr sorgfältig zu überlegen sein, da wir ja unser Angebot zugänglich halten wollen."

"Pool-Lösungen schaffen"

Derzeit stellt die Caritas im Bistum Trier nicht nur katholischen, sondern auch Häusern anderer Träger Seelsorgerinnen und Seelsorger mit spezieller Zusatzausbildung zur Verfügung. Konkreter erscheinen aktuell Überlegungen für übergreifende Teams. "Ähnlich wie im Erzbistum Köln wird im Bistum überlegt, Pool-Lösungen zu schaffen", sagte der Domkapitular. Das bedeutet, dass Krankenhäuser sich ein seelsorgerisches Team teilen - unabhängig von der Trägerschaft.

An diesem Freitag (27. März) steht das Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform beim Bundesrat auf der Tagesordnung. Erklärtes Ziel des Gesetzes ist es, die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern und die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Aus der Branche kommt allerdings viel Kritik.

"Neues Gesetz baut keine Bürokratie ab"

"Einer der größten Fehler des Gesetzes ist es, dass keine Bürokratie abgebaut wird", sagte der Geschäftsführer des Klinikums "Mutterhaus der Borromäerinnen" in Trier, Christian Sprenger. "Wir haben jetzt hier im Mutterhaus mehr Mitarbeiter als vor Corona, können aber dennoch nur eine geringere Leistung anbieten. Der Grund: Unsere Mediziner und insbesondere unsere Pflegekräfte sind inzwischen zu mehr als 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Dokumentation beschäftigt."

Zudem müssten unter anderem starre Personalvorgaben aufgehoben werden, so Sprenger. "Es ist in meinen Augen ein Irrtum, zu glauben: Wenn ich bloß lautstark genug eine bestimmte Anzahl von Fachärzten fordere, erhöht das schon automatisch die Qualität."

Quelle:
KNA