Sanierung des Eichstätter Doms ist günstiger als geplant

Unverhofft Geld gespart

Die Erfahrung zeigt, dass umfassende Sanierungen oft teurer werden als ursprünglich veranschlagt. Doch es kann auch mal anders laufen. Aktuelles Beispiel ist der Eichstätter Dom. Hier wird es rund drei Millionen Euro günstiger.

Eichstätter Dom / © Christopher Beschnitt (KNA)
Eichstätter Dom / © Christopher Beschnitt ( KNA )

Freude im Bistum Eichstätt: Die Generalsanierung des Eichstätter Doms kommt am Ende um rund drei Millionen Euro günstiger als geplant, wie die Diözese am Mittwoch bekanntgab. 

Ursprünglich seien 17,9 Millionen Euro an Kosten veranschlagt gewesen. Die nun vorliegende Abrechnung belaufe sich jedoch auf etwa 15 Millionen Euro. Auch der staatliche Anteil sei damit entsprechend geringer ausgefallen. Der Freistaat Bayern habe rund 9,7 Millionen Euro übernommen, die Kirche etwa 5,3 Millionen Euro.

Der oberste Hüter der Kathedrale, Domkapitular Reinhard Kürzinger, nannte die Entwicklung sensationell. "Wir haben wirtschaftlich gehandelt und erhalten nun sogar rund 270.000 Euro zurück." Diese Rückzahlung ergebe sich aus der abschließenden Abrechnung der kirchlichen Eigenmittel. Zu Beginn der Großmaßnahme seien die Kostenanteile zwischen Staat und Kirche auf Grundlage von Schätzungen festgelegt worden. Den damals berechneten kirchlichen Anteil hatte das Bistum den Angaben zufolge in mehreren Raten vorfinanziert. 

Viele Spenden

Ein wesentlicher Grund für die Einsparungen liegt laut Mitteilung in der effizienten Organisation vieler Maßnahmen in Eigenregie. Diese umfassten unter anderem die Reinigung der Orgel, die Renovierung der Sakristei, die Schaffung eines barrierefreien Zugangs sowie die Installation moderner Lüftungsanlagen. 

Auch eine neue Löschanlage sei eingebaut worden, als Konsequenz aus dem Brand an der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Vollständig mittels privater Spenden sei zudem der Altarraum neu gestaltet worden. Dazu hätten Beiträge der Domkapitulare, des damaligen Bischofs sowie Erlöse eines Pfarrfests in der Dompfarrei beigetragen.

Die Pflege des Doms bleibe aber eine Daueraufgabe, heißt es. Aktuell würden etwa Motoren in den Glockenstuben ausgetauscht, die noch aus den 1950er Jahren stammten und nicht Teil der Sanierung gewesen seien. Auch die Turmuhr, die seit Wochen stillstehe, solle bis Ostern wieder in Betrieb gehen.

Bistum Eichstätt

Das katholische Bistum Eichstätt erstreckt sich auf einer Fläche von 6.025 Quadratkilometern. In den 267 Pfarrgemeinden leben aktuell rund 334.500 Katholikinnen und Katholiken, das sind gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Bistumsgebiet. 

Die historischen Wurzeln des Bistums reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. 740 wurde Willibald († 787), ein angelsächsischer Mönch, von Bonifatius in Eichstätt zum Priester und 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischofsweihe und endgültige Niederlassung in Eichstätt markieren die Anfänge des Bistums.

Eichstätter Dom / © Armin Weigel (dpa)
Eichstätter Dom / © Armin Weigel ( dpa )
Quelle:
KNA