Die Österreichische Ordenskonferenz ruft Ordensleute in Österreich zur Vorsicht bei Social-Media-Kooperationen auf.
In einem Schreiben an Ordensleitungen und Medienverantwortliche der Klöster, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, schreibt Generalsekretärin Christine Rod am Dienstag: "Wir bitten Sie, entsprechende Anfragen sorgfältig zu prüfen und im jeweiligen Kontext gut abzuwägen."
Hintergrund ist der frühere Instagram-Account "nonnen_goldenstein" mit mehreren hunderttausend Followern. Nach rechtlichen Streitigkeiten im Umfeld der Unterstützer war der Account zeitweise offline. Die Nonnen distanzierten sich vom Betreiber des Accounts und schlossen eine weitere Zusammenarbeit aus. Inzwischen ist er unter dem Namen "church_fluencer" wieder aktiv.
Spendensammlung
Die Ordenskonferenz verweist auf Berichte, wonach der Accountbetreiber Spenden sammle, unter anderem zur Deckung von Gerichtskosten. Beiträge mit Ordensleuten könnten helfen, die Reichweite des Accounts zu erhöhen. Nach Angaben der Ordenskonferenz richten sich aktuelle Anfragen vor allem an Ordensleute im Raum Salzburg. Darin lädt der Accountbetreiber Ordensleute zur Teilnahme an einer Gebetsaktion ein.
Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte im Sommer 2025 international für Schlagzeilen gesorgt. Über Instagram erreichte ihre Geschichte Hunderttausende. Im September waren die Ordensfrauen gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg.
Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen. Zuletzt gab es Streit im Team der Helfer, Auslöser waren unter anderem die Social-Media-Aktivitäten auf dem Nonnen-Account.