Der Instagram-Account, mit dem die Klosterbesetzer-Nonnen aus dem österreichischen Goldenstein weltberühmt wurden, ist offline. Am Freitagmittag war das Profil "@nonnen_goldenstein" mit mehr als 280.000 Followern nicht mehr erreichbar.
Der Betreiber des Accounts sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag: "Der Account ist nicht gelöscht, sondern vorübergehend stillgelegt, da eine Klage im Raum steht." Er habe sich nun an den Vorgesetzten der Nonnen, den Propst von Reichersberg, Markus Grasl, gewandt. Nur dieser könne die Social-Media-Aktivitäten verbieten und müsse entscheiden. Zudem kündigte der Betreiber rechtliche Schritte gegen einen Teil des Helferteams an.
Streit spitzt sich zu
Der Rechtsberater der Nonnen, der Münchner Priester Wolfgang Rothe, sagte der KNA: "Es ist zu begrüßen, dass der Betreiber den Forderungen der Nonnen Folge geleistet hat." Das zeige, dass der Einsatz und die Argumente der Medienanwältin wirksam waren, den Account offline zu setzen. Bisherigen Forderungen sei der Betreiber nicht nachgekommen, so Rothe. Sollte der Account wieder online gehen, habe man eine Klage vorbereitet.
Zuvor wurde ein Streit unter den Helfern der betagten Ordensfrauen öffentlich. Vor Weihnachten erklärten die Ordensfrauen überraschend ihren Rückzug vom Instagram-Auftritt "@nonnen_goldenstein". Sie distanzierten sich öffentlich von dem Account und dessen Betreiber. Die veröffentlichten Inhalte seien ihnen "weder vorab zur Kenntnis gebracht" noch nachträglich genehmigt worden.
Vorwürfe und Klagen
Im Verlauf dieser Woche eskaliert der Konflikt. Helfer veröffentlichten gegenseitige Vorwürfe und drohten mit juristischen Schritten. Daraufhin schaltete ein Teil der Helfer der Nonnen eine Medienrechtsanwältin ein, die die sofortige Löschung des Instagram-Profils verlangte.
Das Schicksal der Goldenstein-Nonnen, alle drei über 80 Jahre alt, hatte im Sommer 2025 international für Schlagzeilen gesorgt. Anfang September waren die Ordensfrauen gegen den Willen ihres Vorgesetzten aus einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt. Das Gebäude gehört seit 2022 zu gleichen Teilen dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Die Schwestern geben an, ihnen sei ursprünglich ein lebenslanger Verbleib zugesagt worden; nach Krankenhausaufenthalten mussten sie jedoch Ende 2023 in ein Heim umziehen.