Liminski befürwortet kirchliche Stimme in Politik und Gesellschaft

"Mehrwert für alle"

Im Widerspruch zu seiner Parteifreundin Julia Klöckner wünscht sich Nathanael Liminski von den Kirchen eine klare und deutliche Einmischung in politische und gesellschaftliche Debatten. Zu vielen sei ihre Position heute schlicht egal.

Minister Nathanael Liminski bei seiner Ansprache. / © Beatrice Tomasetti (DR)
Minister Nathanael Liminski bei seiner Ansprache. / © Beatrice Tomasetti ( DR )

"Deshalb kann ich mit der Aussage meiner Parteifreundin Julia Klöckner, den Kirchen zu sagen 'Jetzt seid mal nicht so politisch' ehrlicherweise überhaupt nichts anfangen", sagte der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU) am Freitagabend in Münster bei der Jahrestagung der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands (GKP).

Ganz im Gegenteil wünsche er sich, so Liminski weiter, dass sich die Kirchen bei ihren zentralen Themen "mit voller Wucht und Klarheit" in den öffentlichen Diskurs einmischen: "Das wäre ein Mehrwert für alle. Dabei denke ich nicht nur an den Lebensschutz." Kirche habe von ihrer Botschaft her zu deutlich mehr Themen etwas zu sagen.

Für viele nicht mehr relevant

Als Katholik und als Minister sehe er "mit größter Sorge", dass die Kirchen immer mehr Menschen "schlicht egal werden", fügte der CDU-Politiker hinzu. In vielen großen politischen und gesellschaftlichen Debatten der letzten Jahre sei die Stimme der Kirchen für die Mehrheit der Politiker und anderer Entscheider in der Gesellschaft nicht wirklich relevant gewesen.

Er halte es aber für wichtig und hilfreich, wenn sich die Kirchen zu Wort melden, um Orientierung zu stiften und an wichtige ethische Maßstäbe zu erinnern, "an denen man kaum vorbeikommt oder an denen man sich zumindest irgendwie reiben muss, selbst wenn man anderer Meinung ist – doch das kommt leider nur noch selten vor".

Mit ihren rund 550 Mitgliedern versteht sich die 1948 gegründete GKP als Netzwerk christlicher Menschen, die in allen Bereichen weltlicher und kirchlicher Medien arbeiten. Bei der Jahrestagung von Donnerstag bis Samstag stand diesmal das Thema "Journalismus und Wissenschaft" im Mittelpunkt.

Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP)

Die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) ist ein Zusammenschluss von aktuell rund 520 Medienschaffenden. Sie versteht sich als Netzwerk von Katholikinnen und Katholiken, die in allen Bereichen weltlicher und kirchlicher Medien arbeiten.

Der Verband wurde 1948 gegründet als eine Art Schulterschluss der verbleibenden katholischen Publizisten nach dem Zweiten Weltkrieg.
Auf christlicher Grundlage will er zur Meinungsbildung in der Öffentlichkeit beitragen.

Die Bedeutung von professionellem Journalismus ist hoch / © Frank Molter (dpa)
Die Bedeutung von professionellem Journalismus ist hoch / © Frank Molter ( dpa )
Quelle:
KNA