Papst Leo XIV. empfängt spanisches Königspaar Felipe VI. und Letizia

Besondere Verbindung nach Rom

Das spanische Königshaus ist unter den katholischen Adelshäusern Europas eines der bedeutendsten. Es gibt jedoch noch andere, historische Verbindungen nach Rom. Nun haben König Felipe VI. und Königin Letizia den Papst besucht.

Papst Leo XIV. empfängt Felipe VI., König von Spanien, und dessen Ehefrau Königin Letizia, am 20. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt Felipe VI., König von Spanien, und dessen Ehefrau Königin Letizia, am 20. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia sind am Freitag von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen worden. Das teilte das vatikanische Presseamt mit. 

Königin Letizia trug bei dem Treffen Weiß, wie es ihrem Status als Mitglied eines "katholischen Königshauses" in Europa entspricht. Der Besuch fand rund sechs Wochen vor der Spanienreise des Papstes statt, die für den Zeitraum vom 6. bis 12. Juni geplant ist.

Rolle der Kirche in der Gesellschaft

Nach dem Papst trafen die Monarchen auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den vatikanischen Außenminister Paul Gallagher. In den Gesprächen sei es unter anderem um die bevorstehende Papstreise und um "einige aktuelle Fragen zur Lage des Landes und zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft" gegangen. Beide Seiten hätten die Bedeutung eines konstanten Einsatzes für den Frieden und für die Werte betont, die dem internationalen Zusammenleben zugrunde lägen.

Nach der Papstaudienz stand ein weiterer symbolträchtiger Termin in Rom auf dem Programm der Monarchen. In Santa Maria Maggiore sollte der spanische König die Würde des obersten Ehren-Domherrn ("Protocanonico") der Papstbasilika annehmen. Sie wurde ihm einer alten Tradition entsprechend vom Domkapitel unter Leitung des Erzpriesters, Kardinal Rolandas Makrickas, verliehen.

Eine ganz besondere Verbindung

Die enge Verbindung zwischen der spanischen Krone und der Basilika Santa Maria Maggiore geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Damals war Kardinal Rodrigo Borgia, der spätere Papst Alexander VI., Erzpriester der Basilika. Das Domkapitel machte 1603 den damaligen spanischen König Felipe III. zum Schutzherrn und "Protokanoniker" der Basilika.

Die Basilika Santa Maria Maggiore in der Morgensonne / © ItalyDrones (shutterstock)
Die Basilika Santa Maria Maggiore in der Morgensonne / © ItalyDrones ( shutterstock )

Diese Beziehungen wurden über die Jahrhunderte immer wieder erneuert, die spanischen Könige unterstützten die Basilika auch materiell in erheblichem Umfang. Die von Gian Lorenzo Bernini geschaffene Bronzestatue von König Felipe IV. zeugt bis heute davon.

1953 verpflichtete Papst Pius XII. das Domkapitel, dreimal im Jahr eine feierliche Messe für das spanische Volk und sein Staatsoberhaupt zu feiern. Das war damals der Diktator Francisco Franco. 1948 hatte Franco allerdings bereits den Enkel des spanischen Königs Alfons XII. (1886-1941), Juan Carlos, zum Thronfolger ernannt. Dieser bestieg den spanischen Thron nach Francos Tod 1975. Sein Sohn Felipe VI. ist seit 2014 König von Spanien.

Papstgräber in Santa Maria Maggiore

Papst Franziskus will nicht wie seine Vorgänger im Petersdom beigesetzt werden, sondern in der römischen Papstbasilika Santa Maria Maggiore. In der seit der Spätantike bestehenden Marienkirche sind bereits sechs Päpste der Kirchengeschichte bestattet, darunter auch der erste Papst aus dem Franziskanerorden, Nikolaus IV. (1288-1292). Die heutige Basilika ist die wichtigste der mehr als 40 Marienkirchen Roms; daher der Name "Maria Maggiore". 

Grab Papst Pius' V. in Santa Maria Maggiore / © nomadFra (shutterstock)
Grab Papst Pius' V. in Santa Maria Maggiore / © nomadFra ( shutterstock )
Quelle:
KNA